Ihr kennt es vielleicht. Es ist spät abends, Euer Partner liegt im Bett und liest, und Ihr sitzt noch da bei einem Glas Rotwein auf der Couch, surft mit dem Tablet oder dem Laptop ein wenig durch die Welt und bleibt beim Südseetraum Monuriki hängen. Am Tag darauf spielt Euer Partner mit dem heimischen Tablet oder Laptop. Und am Abend beim Essen fällt der Satz: „Warum kommt hier lauter Werbung mit Hotelangeboten auf den Fidschis? Hatten wir nicht ausgemacht, dass wir das nächste Mal in den Norden fahren?“ Es ist gemein, wie personalisierte Werbeangebote, die auf Facebook und anderen Seiten eingespielt werden, verraten, für was sich jemand zuletzt am PC interessierte.

Und nun denkt Euch: Ihr wollt einen Städtetrip zum Geburtstag verschenken. Es ist spät abends, Euer Partner liegt im Bett und liest, und Ihr sitzt noch da bei einem Glas Rotwein auf der Couch und surft noch auf dem heimischen Tablet oder Laptop durch die Städte der Welt. Und ihr entscheidet Euch für das nordische Trolle, das so pittoresk sein soll und voller sagenumwobener Wesen, und Ihr stöbert nach Flügen und Hotels. Und am Abend danach sagt Euer Partner zu Euch: „Weißt Du, am liebsten würde ich meinen Geburtstag mal wieder im Süden verbringen!“

Es mag je zuweilen Vorteile haben, wenn individuell zugeschnittene Werbung dem Partner das Vorhaben des anderen verrät. Nur solch eine Werbung macht jede Überraschung zunichte.

Bei den Online-Portalen nachgefragt

Wir haben mal bei HRS, Booking.com und Skyscanner nachgefragt, wie man einen Flug oder eine Unterkunft sucht, ohne dass daraufhin Werbung aufpoppt oder Mails kommen, die Verdacht schöpfen lassen.

Skyscanner besitzt die Arroganz, auf unsere Anfrage gar nicht erst zu antworten. HRS weist darauf hin, dass die personalisierte Werbung mit Cookies zusammenhängt und dass man im Browser Einstellungen ändern soll. Doch wie traurig: „Mit Details dazu können wir Ihnen jedoch leider kein guter Ratgeber sein.“ Wie gut, dass es Booking.com gibt, den Hotelbuchungsdienstleister, der wie Kayak.de zur Priceline Group gehört.

Die Pressestelle von Booking.com gibt den Tipp, „den Browser in den so genannten privaten Modus zu schalten“ bevor man mit der Suche auf ihren Seiten startet. Warum? „Damit schützen Sie Ihre Privatsphäre, denn die Suche wird nicht protokolliert.“ Und wie man das macht, verrät die Pressestelle auch gleich: „Bei Microsoft wechseln Sie bitte in den InPrivate-Modus, bei Google Chrome in das Inkognito-Fenster, bei Mozilla Firefox in den privaten Modus und im Browser von Apple in das private Surfen.“ Diese Einstellungen zu ändern, ist einfach (einfach mal rechts oben bisschen rumklicken, der Rest erklärt sich dann von selbst) oder mal kurz googeln. „Bitte denken Sie auch daran, in Ihrem Booking.com-Profil die Newsletter abzubestellen. Wir möchten nicht, dass Sie eine E-Mail verrät. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, sollte der Überraschung nichts im Wege stehen.“

Für die Buchung solltet Ihr am besten eine E-Mail-Adresse verwenden, auf die Euer Partner nicht zugreift. Falls Ihr ein gemeinsames E-Mail-Postfach habt, würde es bei einer Hotelbuchung in den meisten Fällen zwar genügen, unmittelbar nach der Buchung die Buchungsbestätigung in einen Ordner abzulegen, den Euer Partner nicht aufmacht. Doch kommt eine Flugbuchung hinzu, sind verräterische Mails fast garantiert: sei es wegen Flugzeitenänderungen, wegen des Sitzplatzwunsches, wegen des Online-Check-ins oder was auch immer. Selbst wenn Ihr den Flug über eine App bucht, ist nicht bei allen Airlines garantiert, dass keine Buchungsbestätigung per Mail in Euer Postfach flattert.

Gib süßen oder scharfen Senf dazu (E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt)

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