Eigentlich dachten wir, das Thema sei durch, allen bekannt, ein alter Hut. Aber immer wieder erzählen uns Bekannte, von der fiesen Umrechnungsmasche beim Bezahlen mit der Karte oder beim Geldabheben im außereuropäischen Ausland noch nie etwas gehört zu haben. Also greifen wir das Thema nochmals auf.

Denkt Euch einfach, Ihr steht außerhalb des Euroraumes an einem Kassenterminal und wollt Eure neue Jeans mit Karte bezahlen. Oder ihr steht außerhalb des Euroraumes am Geldautomaten und wollt abheben. Und auf einmal taucht auf dem Touchscreen die Frage auf, ob Ihr die Transaktion „OHNE UMRECHUNG“ („WITHOUT CONVERSION“) oder „MIT UMRECHNUNG“ („WITH CONVERSION“) fortsetzen wollt. Am Automaten kann das zum Beispiel so aussehen:

Deldautomat Display Tschechien

Nun müsst Ihr aufpassen! Wer hier die falsche Wahl trifft, trifft eine Entscheidung, die ihm teuer zu stehen kommt. Ihr dürft niemals „MIT UMRECHNUNG“ wählen! Und Ihr dürft niemals „DIREKT IN EURO BEZAHLEN“ antippen! Was wie eine nette Dienstleistung aussieht, was gar Transparenz suggeriert (Kostenkontrolle ohne lästiges Umrechnen), ist nichts anderes als der Versuch eines Finanzdienstleisters, eines so genannten „Acquirer“, Euch über den Tisch zu ziehen. Und zwar mit einem Wechselkurs, der gut und gerne zehn Prozent schlechter ist als der Tageskurs. Die Kreditkartenanbieter oder Eure Bank daheim geben Euch einen besseren Kurs. Wählt also immer den Betrag in der Landeswährung aus! In Fachkreisen spricht man bei der automatischen Umrechnung der Landeswährung in die Heimatwährung von Dynamic Curreny Conversion (DCC). Die Acquirer, die den Service anbieten, verdienen sich dabei eine goldene Nase. Geldautomatenaufsteller, Geschäfte oder Hotels, die den Service anbieten, werden in der Regel durch eine Provision (Kickback) beteiligt. Immer mehr seriöse Unternehmen distanzieren sich glücklicherweise von der fiesen Masche.

Dass es dabei nicht um ein paar Pfennig geht, zeigen wir Euch nun anhand eines Beispiels während unserer Tschechienrecherche. Am 28. Juli 2017 wollten wir in Spindlermühle (Špindlerův Mlýn) 10.000 Kronen (CZK) abheben. Nach Eingabe der PIN und des gewünschten Betrages stellte uns der Geldautomat vor folgende Entscheidung:

Geldautomat mit Umrechnungsfalle

Hätten wir „Verrechnen in Euro“ gewählt, wäre der Abbuchungsbetrag – wie Ihr seht – 427,79 € gewesen. Wir haben „VERRECHNEN 10.000,00 CZK“ gewählt. Daraufhin wurden von unserem Konto, wie Ihr auf dem Kontoauszug sehen könnt, 391,14 € abgebucht. Zieht man die Gebühr von 4,50 € ab (fällt ja nicht bei jeder Karte an), beträgt die Differenz zwischen „OHNE-EURO-UMRECHNUNG“ und „MIT-EURO-UMRECHNUNG“, exakt 41,15 €.

Also aufgepasst beim Einkaufen oder Geldabheben! Manchmal leuchtet der „WITH CONVERSION“-Button verlockend grün und der „WITHOUT CONVERSION“-Button rot. Und bei manchen Händlern muss man gar darauf beharren, in der Landeswährung bezahlen zu können. Der fiese Trick kommt übrigens nicht nur in osteuropäischen Ländern vor. Das Gleiche kann Euch in der Schweiz passieren. Und das Gleiche kann Schweizern, Amerikanern oder Tschechen widerfahren, die im Euroraum Geld abheben oder mit der Karte bezahlen wollen.

Noch ein Tipp, damit Ihr im Ausland nicht ohne Geld dasteht: In vielen außereuropäischen Ländern ist der Bezug von Bargeld zum Schutz vor Kartenbetrug auf niedrige Summen beschränkt. Um in diesen Ländern dennoch höhere Beträge ziehen zu können, könnt Ihr vor Reisebeginn unter Tel. 030/40504050 Euren Wunschbetrag (zum Beispiel max. 700 € pro Woche) für den Reisezeitraum vereinbaren.

Gib süßen oder scharfen Senf dazu (E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt)

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