Street Art ist nicht das erste, was einem einfällt, wenn man an die Kapverden denkt. Die kargen Inseln stehen für spektakuläre Berglandschaften, für endlose Stein- und Geröllwüsten und für feine Sandstrände mit einem türkisfarbenen Meer davor. Aber für urbane Kunst? Eher nicht. Tatsächlich aber haben wir auf den Kapverden erstaunlich hochwertige Pieces entdeckt. Selbst die Streetart-Großmeister von der iberischen Halbinsel haben hier ihre Spuren hinterlassen – man denke nur an Vhils, Daniel Eime oder Okuda.
Wer sind wir? Hinter HIERDADORT stecken die Reisebuchautoren Gabriele Tröger und Michael Bussmann. Mehr über uns hier.
Dieser Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zumal wir gar nicht alle kapverdischen Inseln besucht haben. Wir waren in erster Linie zum Wandern da und nur auf jenen Inseln unterwegs, die zum Hiken einladen. Die Strandinseln Sal und Boavista haben wir bewusst ausgelassen – auch dort soll es schöne Murals geben.

Die Recherche zu diesem Artikel hat sich im Gegensatz zu anderen Street-Art-Beiträgen auf diesem Blog als recht schwierig erwiesen. Manche Wandbilder wurden vandalisiert und ihrer Signaturen beraubt. Den oder die Künstler zu ermitteln, gelang uns nicht immer. Das Netz lieferte ohnehin nur wenige brauchbare Infos zum Thema Street Art auf den Kapverden. Und fragten wir die KI, dann spuckte die fast nur Müll aus.
Street Art auf den Kapverden: Inhaltsverzeichnis
STREET ART AUF SÃO VICENTE | MINDELO: Vhils und andere
STREET ART AUF SANTO ANTÃO | PORTO NOVO: Márcio Bahia, Tamara Alves, Jacqueline de Montaigne
STREET ART AUF SANTO ANTÃO | RIBEIRA GRANDE: Acidum Project, Daniel Eime, Frederico Draw, Okuda, Ozmo, Alice, Gonçalo Mar und andere
STREET ART AUF SANTIAGO | TARRAFAL: António Conceição, Daniel Eime, Isa Bermúdel, Rául de Carmen, Aires Melo und andere
STREET ART AUF SANTIAGO | PRAIA: Aires Melo und Tuto Sousa
STREET ART AUF FOGO | SÃO FILIPE: Andy Luengo
STREET ART AUF SÃO VICENTE: MINDELO
Vhils: Cesária Évora (2019)
In Mindelo auf der Insel São Vicente lassen viele Touristen ihren Kapverdenurlaub starten oder enden. Genau hier befindet sich das Mural aller Murals auf den Kapverden, die Street Art gewordene Seele der Inseln. Das Kunstwerk zeigt die 1941 in Mindelo geborene und 2011 verstorbene Sängerin Cesária Évora in der für sie typischen Pose. Erschaffer der wunderschönen Arbeit: der Lissabonner Street-Art-Künstler → Vhils.
Wir sind schon lange große Fans von Vhils, haben Arbeiten von ihm bereits in Porto, Berlin, Johannesburg und auf den Azoren gesehen. Vhils aka Alexandre Farto nutzt für seine großflächigen Murals Hammer und Meißel, manchmal sogar Sprengstoff. Er zerstört Altes, um Neues zu schaffen.
Auch das Porträt von Cesária Évora an der zentralen Praça Dom Luís ist aus der Wand geschlagen. Für uns gehört das 2019 entstandene Werk zu Vhils Meisterwerken, ein bleibendes Cesária-Denkmal, das von Locals wie Touristen geliebt wird. Ganz großes Streetart-Kino!
Man begegnet dem Konterfei der großen kapverdischen Sängerin an vielen weiteren Wänden der Inseln. Jeder Künstler stellt sie anders dar. Mehr über Cesária Evora könnt Ihr hier nachlesen: Sodade: auf den Spuren Cesária Évoras durch Mindelo
Kleinere Arbeiten in Mindelo
Wer aufmerksam durch Mindelo spaziert, wird viele weitere, oft kleinere Straßenkunstwerke sehen. Wir entdeckten unter anderem eine schöne mehrteilige Arbeit an den Türen des Kulturzentrums Centro Cultural an der Avenida Central:

Wisst Ihr mehr als wir? Leider können wir nicht alle Künstler:innen der hier vorgestellten Murals identifizieren. Über Kommentare jeglicher Art freuen wir uns daher umso mehr.
Allgegenwärtig auf den Kapverden sind auch Porträts des 1973 erschossenen Unabhängigkeitskämpfers Amílcar Cabral (siehe oben). Er kam als Kind kapverdischer Eltern in Portugiesisch-Guinea auf die Welt. Erst mit acht Jahren lernte er die Heimat seiner Eltern kennen. Nach seinem Studium in Lissabon setzte er sich immer mehr für die Interessen Afrikas und gegen die Interessen der Kolonialmacht Portugal ein. Er wurde ein Freund Olaf Palmes und François Mitterrands, es gibt auch Bilder von Amílcar Cabral mit Fidel Castro und Papst Paul VI. Amílcar Cabral wird in den portugiesischsprachigen Ländern Afrikas bis heute wie ein Heiliger verehrt.

Auch anderen, weniger bekannten Toten wie diesem jungen Mann unten rechts gedenkt man auf den Kapverden mit schönen Wandbildern. Außerdem strahlt einen häufig der ausgeprägte Nationalstolz der Kapverdier von den Wänden an.
STREET ART AUF SANTO ANTÃO: PORTO NOVO
Das Hafenstädtchen Porto Novo lernt jeder kennen, der nach Santo Antão will, alle Fähren von Mindelo legen hier an. Die wenigsten Touristen bleiben, die meisten suchen sich attraktivere Standorte auf der schönen Wanderinsel. Ein Spaziergang durchs Städtchen lohnt aber allemal. Seine Nüchternheit peppen ein paar sehenswerte Murals auf. Sie entstanden 2018 im Rahmen des Streetart-Festivals Kriol Urban Fest.
Márcio Bahia: Untitled
Erschaffer dieser hübschen Dame ist der Street-Art-Künstler → Márcio Bahia. Sowohl das Motiv als auch die Farbgebung sind durch und durch südamerikanisch. Márcio Bahia wurde 1983 im brasilianischen Bundesstaat Bahia geboren und lebt seit 2008 in Lissabon. Seine Murals zeigen meist Frauen.

Tamara Alves
In Porto Novo entdeckten wir auch zwei schöne Murals der portugiesischen Streetart-Künstlerin → Tamara Alves, die ebenfalls in Lissabon lebt. Arbeiten von ihr kennen wir nicht nur aus → Lissabon, sondern auch aus → Porto und → Lagos. Tamara Alves’ immer wiederkehrendes Motiv sind ebenfalls Frauen. Titel dieses Murals: Brave – eine Hommage an die Schönheit, Selbstständigkeit und Stärke der kapverdischen Frauen. Die Blume im Mund der Frau ist ein endemisches Gewächs.

Immer wieder tauchen auch Hunde in Tamara Alves’ Œuvre auf, die Künstlerin ist eine große Tierfreundin. Wir fressen einen Besen, wenn es diesen Sweetie in Porto Novo nicht wirklich gibt oder gab:

Jacqueline de Montaigne: Untitled
Eine weitere portugiesische Muralistin, die wir sehr mögen, hat auf den Kapverden ihre Spuren hinterlassen: → Jacqueline de Montaigne. Die Künstlerin hat weltweit bereits über 120 Murals geschaffen, viele davon in → Lissabon. Sie lebt abwechselnd in Cascais und auf der afrikanischen Insel Príncipe. Diese kleinere Arbeit an einer Ruine in Porto Novo finden wir überaus gelungen:

STREET ART AUF SANTO ANTÃO: RIBEIRA GRANDE
Ribeira Grande ist eine beschauliche Kleinstadt im Norden von Santo Antão. Den Stadtkern kann man durchaus als schmuck bezeichnen. Von dort führen steile Treppengassen in die darüber liegenden Viertel, die eher gesichtslos sind.
Ribeira Grande ist eines der Street-Art-Zentren auf den Kapverden. Pieces von weltweit renommierten Künstlern sind hier zu finden. Sie entstanden im Rahmen des länderübergreifenden Festivals Sete Sóis Sete Luas, eines Festivals für Kunst aus vorrangig lusophonen Ländern. Das Festival findet jährlich statt, nicht immer ist Street Art Teil des Programms. Die hier gezeigten Murals sind schon etwas älter, haben bereits an Strahl-, sicher aber nicht an Aussagekraft verloren. Die gnadenlose afrikanische Sonne sorgt dafür, dass die Kunstwerke schneller altern als anderswo.
Acidum Project: Heroí do Mar (2016)
Einen „Held des Meeres“ bildet dieses Mural des brasilianischen Streetart-Duos → Acidum Project an der zentralen Praça Simão Salvador ab. Es zeigt Simão Manuel Alves Juliano (1824–1856), der einem deutlich älteren Mann zur Seite steht. In Ribeira Grande geboren, wanderte Simão in jungen Jahren nach Brasilien aus und heuerte dort als Matrose auf der Pernambuco an. Als der Dampfer 1853 Schiffbruch erlitt und sank, konnte Simão 13 Menschen das Leben retten. Leider starb er wenige Jahre später selbst mit nur 31 Jahren.

Hinter Acidum Project stecken Tereza de Quinta und Robézio Marques aus Fortaleza. Ihre Murals, von denen übrigens auch welche in Köln zu sehen sind, erinnern oft (aber nicht hier) an die Pop Art. Die beiden arbeiten auch mit Textilien.
Daniel Eime: Bedju (2018)
→ Daniel Eimes Porträts sind immer einnehmend, egal wie groß, egal wie alt, egal wo. Wir stellen Arbeiten Eimes unter anderem in unseren Beiträgen über Street Art in → Porto und den → Azoren vor. Hier zeigt uns Daniel Eime einen Mann namens Bedju. Wer Bedju ist, lässt der Künstler offen, vermutlich – wie so häufig bei Daniel Eimes Porträts – handelt es sich um einen Mann aus der Nachbarschaft. Bedju ist nicht die einzige Arbeit von Daniel Eime auf den Kapverden. Wir werden noch darauf zurückkommen.

Leider wurde die schöne Arbeit vandalisiert. So wurde die Signatur Daniel Eimes übermalt und durch eine andere ersetzt. Aktionen dieser Art gelten in der Szene als No-gos. „Crossen“ nennt sich die mutwillige Zerstörung bzw. Übermalung eines Streetart-Pieces im Graffiti-Jargon.
Pantónio: Untitled (2018)
An einem gelben Gebäude fällt uns ein Mural mit eleganten schwarz-weißen Fischen auf. Wir können es direkt zuordnen, denn Wandkunstwerke des portugiesischen Künstlers → Pantónio kennen wir unter anderem aus Rio de Janeiro. Der Künstler wurde 1975 auf der Azoreninsel Terceira geboren, lebt aber schon lange in Lissabon. Auf seinen organisch wirkenden Arbeiten, die allesamt im gleichen Stil daherkommen, spielen Tiere die Hauptrollen.

Frederico Draw und Okuda (2017)
Tarrafal nennt sich ein grauer, ärmlicher Stadtteil im Nordosten von Ribeira Grande. Hunde mit einem großen Maul gegenüber Fremden bellten uns derart an, dass wir uns kaum in die Gassen trauten. Das aber wäre schade gewesen, denn dann hätten wir gleich zwei Murals von Koryphäen der europäischen Streetart-Szene verpasst. Der Portugiese Frederico Draw und der Spanier Okuda haben hier zwei schöne Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft hinterlassen.
→ Frederico Draw, ein Street-Art-Künstler aus Porto, ist für das schöne monochrome Mural von Cesária Évora verantwortlich. Zugegebenermaßen nicht das innovativste Motiv, dafür überaus fein herausgearbeitet. Als Vorlage diente eine Fotografie, die heute auch das Cesária-Évora-Album „The Collection“* ziert.

→ Okudas farbenfrohe Wandbilder, so auch dieses an einer düsteren Brandmauer, erinnern sehr an die Bildsprache südamerikanischer Muralisten. Tatsächlich aber ist Okuda Spanier. „Popsurrealismus“ nennt sich dieses Genre. Okuda, ein im wahrsten Sinn des Wortes „bunter Vogel“, gehört zu den erfolgreichsten Streetart-Künstlern weltweit. Er ist breit aufgestellt, auch Skulpturen gehören zu seinem Œuvre.

Ozmo: The Strength in Cape Verde (2013)
→ Ozmo ist das Pseudonym des italienischen Streetart-Künstlers Gionata Nesti. 1975 in der Toskana geboren, startete er seine Karriere mit Graffitis auf Triebwagen. Heute schmückt er Wände weltweit.
Ozmos Figuren sind meist aus der Antike oder der Renaissance entlehnt, erzählen oft mythologische Geschichten. Für sein Mural in Ribeira Grande ließ er sich hingegen vom kapverdischen Alltag inspirieren. Dieses Wandbild ist (wieder einmal) den kapverdischen Frauen gewidmet, die hart arbeiten, während ihre Männer im Schatten sitzen und Karten spielen:

Alice (2014)
Gleiches Gebäude, nur andere Seite. Die italienische Künstlerin → Alice (eigentlich Alice Pasquini) ist vielseitig aufgestellt. Sie zeichnet, malt auf Leinwand und kreiert große Murals. Als eine der wenigen Frauen in der Branche ist sie international groß im Geschäft.
In Ribeira Grande hat sie zwei schöne Arbeiten hinterlassen, darunter ein Mädchen mit Lockenhaar und Vögelchen auf der Schulter. Das Mural ist in Teilen leider zerstört und ein Beispiel für die Verletzlichkeit von Street Art.

Auch dieses ansprechende Mural in den Gassen von Ribeira Grande stammt von Alice:

ZED1: Encontrar-se (2016)
„Sich selbst finden“ ist der Titel des Murals eines anderen italienischen Streetart-Künstlers, der in Ribeira Grande zugange war. Die surrealen Figuren von → ZED1 aka Marco Zedone sehen sich stets sehr ähnlich. Sie wirken marionettenhaft und haben eierförmige Köpfe. Diese aus Ziegelsteinen zusammengesetzte Figur geht im wahrsten Sinne des Wortes auf die Suche nach sich selbst. Sie sitzt auf einem Steinhaufen und bastelt sich Stück für Stück zusammen.

Gonçalo Mar (2015)
Comicartige Fische mit Gesichtern ziehen sich wie ein roter Faden durch die so genannte „Turista“-Reihe des portugiesischen Streetart-Künstlers → Gonçalo Mar. Fische sieht er als Sinnbild für den ewigen Reisenden.

In Ribeira Grande ist Gonçalo Mar mit zwei Arbeiten vertreten. Auf diesem hier sitzt ein Reptil auf einer Schildkröte und sieht nicht gerade aus, als hätte es Gutes mit dem Tier vor. Die Umwelt ist ein zentrales Thema in Gonçalo Mars Œuvre.

In den Gassen von Ribeira Grande gibt es noch einige andere hübsche Arbeiten, meist von unbekannten Künstlern. Schaut Euch um, viel Spaß beim Entdecken!

STREET ART AUF SANTIAGO: TARRAFAL
Tarrafal auf Santiago verwandelt sich gerade von einem Fischerort in ein Zentrum für den internationalen Pauschaltourismus. Was das bedeutet, steht in einem separaten Artikel: → Tarrafal: Es war einmal ein Fischerdorf
In Sachen Street Art hat Tarrafal so einiges zu bieten. Die Arbeiten sind zwar flächenmäßig nicht die größten, dafür oft sehr gelungen. Viele sind jüngeren Datums und daher noch recht strahlend. Leider konnten wir trotz intensiver Recherche einigen Murals keine Künstler zuordnen. Dazu gehören die folgenden Wandbilder:

Andere Arbeiten waren einfacher zu identifizieren.
António Conceição (2022)
Endlich auch einmal ein kapverdischer Künstler! → António Conceição wurde 1970 auf der Insel São Nicolau geboren und lebt heute in Portugal. In Coimbra und in Nazaré hat er sich mit großartigen Arbeiten verewigt. Das Meer und die Menschen am Meer sind zentrale Themen seiner oft fotorealistischen Murals.
In Tarrafal zeigt António Conceição eine typisch kapverdische Alltagsszene: ein Junge beim Spielen mit einem großen Reifen. António Conceição fand sein junges Model am Strand von Tarrafal, von der Szene gibt es auch Fotos auf seinem Facebook-Account. Er nennt sein Mural „Kleiton“.

Auch dieses schöne Mädchenportrait stammt von António Conceição:

Daniel Eime: Minínu (2018)
Daniel Eime, der renommierte portugiesische Streetart-Künstler, war nicht nur auf Santo Antão, sondern auch auf Santiago unterwegs. In Tarrafal hinterließ er diesen Hingucker:

Isa Bermúdez und Raúl de Carmo: Untitled
Dieses Mural, dessen Entstehungsjahr wir leider nicht wissen, spiegelt die wirtschaftliche Realität vieler Kapverdier wider, die abhängig sind von dem, was das Meer hergibt. Die Frau mit der Fischwanne auf dem Kopf ist eine Kooperation von → Isa Bermúdez und → Raúl de Carmen (RAC), zwei jungen aufstrebenden Künstlern aus Spanien.

Aires Melo (2024)
Vulkanausbrüche, Meeresverschmutzung, Dürre und Stürme: Die Kapverden haben viel auszuhalten in Zeiten des Klimawandels. Naturschutz zu fördern und das Ökosystem zu stärken, ist das erklärte Ziel der kapverdischen Umweltschutzorganisation Lantuna.
2024 entstand in Zusammenarbeit von Lantuna mit dem kapverdischen Streetart-Künstler → Aires Melo ein Mural, das zum Nachdenken anregt und genau diese Themen anspricht. Aires Melo lebt heute in Portugal und arbeitet auch kommerziell, unter anderem für McDonald’s.

STREET ART AUF SANTIAGO: PRAIA
Zwei Beispiele für Mauerkunst in der Inselkapitale Praia, gleichzeitig übrigens die größte Stadt der Kapverden:
Aires Melo: Dona Antónia (2024)
In Praia begegneten wir Aires Melo erneut. Das eindrucksvolle Porträt im Stadtteil Terra Branca zeigt eine alte Dame aus der Nachbarschaft: Dona Antónia. Bis zum letzten Fältchen ist das Mural detailliert ausgearbeitet.

Tuto Sousas Rua d’Arte
Eine ganze Straße voller fröhlicher Murals – auch die so genannte Rua d’Arte ist in Terra Branca zu finden. Hinter dem Projekt steckt der Künstler → Tutu Sousa, der in der Nähe aufwuchs. Er verwandelte eine einst recht farblose Straße in eine kunterbunte Freiluftgalerie. Auf den niedrigen Häusern tummeln sich nun Fische, Vögel, Schildkröten, Oktopusse und vieles mehr. Nahebei betreibt der Künstler auch eine Indoor-Galerie.
STREET ART AUF FOGO: SÃO FILIPE
Andy Luengo (2024)
In São Filipe, dem Bilderbuchhauptstädtchen der Vulkaninsel Fogo, lenkte ein kleineres Mural an einer bröckelnden Mauer unsere Blicke auf sich. Es zeigt zwei Jungs auf einem Fahrrad mit dem mächtigen Pico do Fogo als Kulisse. Hinter dem Wandbild steckt die junge spanische Künstlerin → Andy Luengo, die diese Szene im riesigen Kraterkessel Chã das Caldeiras einfing.
Bei der Erstellung des Murals wurde ihr von Einheimischen geholfen. Auf einem Video auf dem Instagram-Account der Künstlerin sieht man auch einen kleinen Jungen, der tatkräftig mit anpackt. Übrigens war die Wand schon im gleichen schlechten Zustand, als sie bemalt wurde. Die morbide Bruchsteinmauer tut der Arbeit aber keinen Abbruch, sondern verleiht dem Mural sogar noch mehr Emotion.

STREET ART AUF BRAVA
Das Mural am verlassenen Flughafen
Last but not least möchten wir Euch noch ein Mural zeigen, das uns auf der kleinen Insel Brava auffiel. Wir entdeckten es bei unserer Wanderung zum einstigen Inselflughafen. 2004 wurde er aufgegeben. Von einem der Gebäude des heutigen Lost Places blickt uns ein junger Mann intensiv an:

Von wem dieses eindrucksvolle, fast traurige Porträt an diesem ebenfalls recht traurigen Ort stammt, können wir Euch leider nichts sagen. Unsere Recherche führte ins Leere. Wer zufällig weiß, welche:r Künstler:in hinter der Signatur „Ginott“, oder „Gino II“ stecken könnte, sollte nicht zögern, uns darüber zu informieren. Danke schon jetzt!
PRAKTISCHE INFOS KAPVERDEN
Hinkommen und Rumkommen
Für Flüge auf die Inseln könnt Ihr bei → Kayak* schauen, für Fähren zwischen den Inseln bei → Ferryhopper* oder → CV Interilhas.
Unterkommen
Es gibt zahlreiche Unterkünfte in verschiedenen Preisklassen. Allerdings sind die kapverdischen Inseln mittlerweile Trend-Destinationen, weswegen man früh buchen sollte.
Für → São Vicente (Mindelo)* und → Santiago* haben wir keine expliziten Tipps. Schönster Standort auf Santo Antão ist das Paul-Tal, dort können wir die Pension → Aldeia Jerome* empfehlen. Auf Fogo gefiel es uns im → Hotel Savana*. Und auf Brava wohnten wir in einem der zwar simplen, aber herrlich gelegenen Apartments der → Kaza di Zaza.
MEHR KAPVERDEN HIER AUF DEM BLOG
- Tarrafal auf Santiago: Es war einmal ein Fischerdorf
- Wandern, Wein und Feuer unterm Arsch: Tipps für die Vulkaninsel Fogo
- Sodade: Auf den Spuren Cesária Évoras durch Mindelo
- Ilha Brava: Tipps und Geschichten von der kleinsten Insel der Kapverden
- Highlights und Downsides Santo Antão: Wie wir die zweitgrößte Insel der Kapverden erlebten
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Hey ihr zwei,
Nein, bei mir ist Streetart auch nicht das erste, wenn ich an die Kapverden denke, aber eines der ersten! Die meisten der Motive, die du auf Santiago fotografiert hast, habe ich auch fotografiert. Am Abend in Tarrafal hatten Fischer ihre bunten Netze direkt vor dem Mural der Schildkröte ausgebreitet, mit dem Licht eines meiner Lieblingsfotos aus meinem damaligen Urlaub. Sal und Boa Vista haben auch einige wirklich schöne Motive.
Liebe Grüße von Miriam
Liebe Miriam, wow, das Motiv mit den Netzen vor der Schildkröte hört sich ja fantastisch an! Danke dir fürs Feedback und alles alles Gute gesundheitlich – auf dass du auch sobald wie möglich wieder reisen kannst! Herzliche Grüße von Gabi und Michael
Streetart auf den Kapverden hätten wir auch nicht erwartet. Wir sind auf Reisen auch immer mit der Kamera dabei, wenn wir irgendwo Streetart entdecken.
Danke, Judith. Streetart ist schon wirklich was Tolles – wenn sie denn gut ist. Liebe Grüße!
Auch wenn Capo Verde durch die Fußball-WM gehyped ist: die Street Art ist superschön und alleine deswegen würde ich auch gerne dahin.
Danke Romy! Ja, die Kapverden haben vermutlich derzeit noch mehr Zulauf als gewöhnlich. Es gibt aber nach wie vor auch noch sehr ruhige Inseln. Und die Street Art ist top!