Wo am besten übernachten in Malta? In Valletta oder auf dem Dorf? In Strandnähe oder im Inselinneren? Und wie sieht es auf Gozo aus? Tipps für die besten Gegenden zum Übernachten in Malta zu geben, ist gar nicht einfach und hängt von verschiedenen Komponenten ab. Seid Ihr mit Mietauto unterwegs oder mit dem Bus? Wollt Ihr Kultur sehen oder vornehmlich wandern? Kommt Ihr zum Tauchen oder wollt Ihr einfach nur am Strand abhängen?
Wichtig bei der Wahl des Standorts in Malta ist zudem Euer Budget. Malta ist teuer, deutlich teuerer als der Nachbar Sizilien beispielsweise. Und Valletta ist sogar gesponnen teuer – es ist eine Frechheit, welcher Schrott dort teils für unverschämt viel Geld vermietet wird. Und da die Inseln schon ab April und bis in den November hinein als Badeurlaubsziel in Frage kommen, ist Malta fast immer bestens gebucht. Da kann man sich als Zimmervermieter allerhand erlauben.

Malta hat viele schöne Seiten und viele stilvolle Unterkünfte. Und Malta kennt das Gegenteil. Hier stellen wir Euch die Standorte mit all ihren Vor- und Nachteilen einmal vor. Und ein paar Hoteltipps gibt’s natürlich auch.
In eigener Sache: Als Autoren eines → Reiseführers über Malta* bereisen wir die Inseln seit Jahrzehnten. Hier bekommt Ihr also keine KI-generierten Standardinfos, sondern detailverliebte Tipps von echten Menschen, die Malta wie ihre Westentasche kennen.
Wo übernachten in Malta: Inhaltsverzeichnis
Valletta: Malta für Kulturtouristen
Three Cities: Authentisch übernachten im Grand Harbour
Sliema: Urbanes Flair und Felsstrände
St. Julian’s und Paċeville: Malta für Partypeople
St. Paul’s Bay und Mellieħa: Nahe den Stränden im Norden Maltas
Marsaxlokk, Marsaskala und Birżebbuġa: Übernachten im Südosten Maltas
Mdina und Rabat: Malta für Romantiker
Die Dörfer des Inselinneren: Malta für Fortgeschrittene
Gozo: Insel für Stillesucher und Wanderer
Valletta: Malta für Kulturtouristen
Valletta ist eine Stadtdiva, umwerfend schön, gespickt mit hochkarätigen Sehenswürdigkeiten, vielen guten Restaurants und Bars. Wer so aussieht, hat selbstverständlich viele Verehrer. Und die stehen Schlange. Valletta ist bestens gebucht und als Standort sehr teuer. Stilvolle Boutiquehotels in altehrwürdigen Stadtpalästen überwiegen. Die Budgetunterkünfte von einst sind fast alle verschwunden.

Wer Malta im Rahmen eines Kurztrips besucht, kann sich Valletta als alleinigen Standort überlegen, tagsüber Ausflüge unternehmen und am Abend die aufregende Gastroszene Vallettas entdecken. Vor den Toren der Stadt fahren die Busse in alle möglichen Ecken der Insel ab. Fähren verbinden Valletta mit den Three Cities im Grand Harbour, mit Sliema und selbst mit der St. Paul’s Bay und Gozo.
Für wen? Valletta ist ein Standort für Kulturtouristen mit Anspruch und die hippe In-Crowd, die nicht aufs Geld schauen muss. Zudem ist Valletta wegen der guten Busverbindungen auch für Wanderer interessant. Streckenwanderungen mit unterschiedlichen Start- und Zielpunkten lassen sich von Valletta aus gut mit dem Bus organisieren.
Nachteile: Trotz geringer Entfernungen auf der kleinen Insel können die Wege auf Malta lang werden. Es gibt einfach zu viele Autos. Längere Stauzeiten sind einzukalkulieren, sowohl mit dem Bus als auch mit dem Auto. Sich immer wieder durch den Großraum Valletta quälen zu müssen, kann nerven. Touristen, die einen Mietwagen haben, wird die Parkplatzsuche zusätzlich auf den Senkel gehen. Zudem geht Parken ins Geld. Ach ja: Innerhalb von Valletta gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr, der den Namen auch verdient. Man sollte gut zu Fuß sein und Treppen mögen.
Hoteltipps für Valletta
- Obere Liga: Wenn schon, denn schon – das Iniala Harbour House* ist eine der exklusivsten Unterkünfte Maltas. Luftige, bildschöne Suiten in mehreren historischen Stadthäusern, oft mit tollen Aussichten. Im Haus auch ein von Michelin mit zwei Sternen geadeltes Lokal.
- Mittelklasse: Michael Mercieca vermietet vier kleine, aber schnuckelige und hochwertig ausgestattete Apartments, zum Teil mit Wahnsinnsaussicht auf den Grand Harbour. Zu buchen auf vallettastudios.com.
- Budget: Günstige Unterkünfte sind in Valletta so gut wie verschwunden. Eine Ausnahme ist das → Bonheur Guesthouse, ein Valletta-Dinosaurier. Sechs einfache Zimmer. Dusche drin, Toilette auf dem Gang.

Three Cities: Authentisch übernachten im Grand Harbour
Die drei Städte Birgu (Vittoriosa), L’Isla (Senglea) und Bormla (Cospicua) im Grand Harbour sind wie Valletta umwerfend schön, nur kleiner, weniger repräsentativ und authentischer. Fähren, Wassertaxis und Busse verbinden die Städte mit Valletta. Wer ein Mietauto hat, kann von hier aus auch den Osten und Südosten Maltas spielend erkunden.
In den Three Cities gibt es neben gehobenen Lokalen auch noch einige einfache Kneipen und von Locals besuchte Restaurants. Die am Abend illuminierten Gässchen der Städte sind wie geschaffen für romantische Spaziergänge. Und wenn dann noch die Glocken läuten, könnte man abheben in den maltesischen Himmel, so schön ist das. Wir lieben die Three Cities und quartieren uns dort auch regelmäßig ein. Hier kann man mit Glück noch bezahlbare Unterkünfte finden.


Für wen? Für alle, denen Valletta zu teuer ist, die aber in der Nähe bleiben und das unglaubliche Flair des Grand Harbours genießen möchten.
Nachteile: keine, außer dass der Weg in den Norden der Insel länger wird.
Hoteltipps für die Three Cities
- Obere Liga: Das Boutique-Hotel → IBB Hotel Palazzo Bettina* ist einem Palazzo aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. Obenauf eine Traumterrasse mit Pool und Ausblick auf den Yachthafen.
- Mittelklasse: Das → Guesthouse Nelli’s* der freundlichen Belgierin Nele (Nelli) liegt direkt an der Uferstraße von Cospicua. Drei schlichte, aber geschmackvolle Zimmer. Herrliche Dachterrasse.
- Budget: Es gibt eine Reihe von einfachen Apartments in den Three Cities, die aber schnell weg sind. Früh buchen!
Sliema: Urbanes Flair und Felsstrände
Von Sliema nach Valletta geht es problemlos und schnell mit Bussen und Fähren. Sliema ist quirlig und laut (viele Baustellen), aber abseits der Uferpromenaden auch noch recht natürlich. Während zum Meer hin kaum mehr alte Bausubstanz vorhanden ist und die Häuser hoch und höher wachsen, stehen in den hinteren Reihen noch viele schöne alte Stadthäuser in Reih und Glied.

Sliema bietet außer Sandstränden nahezu alles, was das Urlauberherz höher schlagen lässt: Unterkünfte jeglicher Couleur, Restaurants für jeden Geschmack, Bars und gute Shoppingmöglichkeiten. Auch bei Expats ist Sliema, die „heimliche Hauptstadt Maltas“, ziemlich angesagt.
Zum Baden und Sonnenbaden trifft man sich auf den vorgelagerten Felszungen oder sucht einen Lido auf. Lidos, die maltesischen Badeanstalten, bieten Liegestühle, Sonnenschirme, meist ein Restaurant und manchmal auch einen Pool. Zuweilen legen DJs auf. Die Eintrittspreise sind teils nicht ohne.

Wer ein wenig Abstand vom Trubel und mehr maltesisches Flair bevorzugt, kann sich auch in Gżira südlich von Sliema oder in Ta’ Xbiex noch weiter südlich nach einer Unterkunft umschauen.
Für wen? In Sliema fühlt man sich wohl, wenn man eine gute touristische Infrastruktur und ein wenig Urbanität sucht. Den Charme von Valletta und den Three Cities versprüht Sliema aber nicht.
Nachteile: Nur Felsstrände. Viele Baustellen und Verkehrslärm.
Hoteltipps für Sliema
- Obere Liga: Das → Hotel Verdi Gżira Promenade* steht in Bestlage in erster Reihe. Tolle Aussichten, in den unteren Etagen aber auch etwas laut. Auf dem Dach ein kleiner Pool.
- Mittelklasse: In dem stylish eingerichteten → Amery House* zurückversetzt vom Ufer gibt es Zimmer mit Balkon oder Erker. Gutes Frühstück.
- Budget: Betten in Schlafsälen, aber auch Studios und Suiten vermietet das schicke → Two Pillows Boutique Hostel* in Hanglage.
St. Julian’s und Paċeville: Malta für Partypeople
Die Baukräne drehen sich unaufhörlich. Pressluftgehämmer und Bummbumm-Beats sind die Soundtracks einer (Party-)Stadt, die aus dem Stadium einer Dauerbaustelle nicht wegzukommen scheint. Mittlerweile wachsen in St. Julian’s und Paċeville die höchsten Gebäude Maltas dem Himmel entgegen. Und ein Ende ist nicht abzusehen.
Das ist schade, denn an sich liegt St. Julian’s ganz nett an einem buchtenreichen Küstenabschnitt. Die nördlichste Bucht ist die St. George’s Bay mit einem kleinen Sandstrand (dort 2026 allerdings auch eine Megabaustelle), die hübscheste die mit Fischerbooten bestückte Spinola Bay, die südlichste die Balluta Bay, ebenfalls mit einem Mini-Sandstrand. Es gibt eine ganze Reihe von ausgesprochen schön gelegenen Restaurants.
Inmitten von St. Julian’s, zwischen der St. George’s Bay und der Spinola Bay, liegt das Viertel Paċeville. Es ist der Inbegriff für exaltiertes Partyleben auf Malta. Soll heißen: Feiern bis zum Morgen, so richtig die Sau rauslassen, Komasaufen. Bars werben mit „24 Shots für 10 Euro“, die Gassen davor stinken nach dem, was der Magen danach so hergibt. Das alles sollte man wissen, wenn man sich für ein Hotel in diesem Eck entscheidet. Zur Küste hin aber gibt es edle Hotels, in denen man der Saufcrowd nicht begegnet.

Für wen? St. Julian’s ist vornehmlich ein Standort für Partypeople.
Nachteile: Wer nicht mitfeiern will, findet hier eigentlich nur Nachteile – außer man wählt ein Hotel, dessen Komfortzone man ohnehin nicht verlassen will.
Hoteltipps für St. Julian’s und Paċeville
- Obere Liga: Das Fünf-Sterne-Hotel → The Westin Dragonara Resort* liegt abseits vom Partytrubel in exponierter Lage auf einer Landzunge. 340 Zimmer. Großer Poolbereich und Spa-Zentrum. Hier kann St. Julian’s richtig relaxt sein.
- Mittelklasse: Das → Hotel Juliani* hat vier Sterne, ist eher in der oberen Mittelklasse einzuordnen. 47 elegante Zimmer, sehr gutes panasiatisches Restaurant. Der Burner aber ist der Pool auf dem Dach.
- Budget: Zurückversetzt von der Balluta Bay befindet sich das → Follow the Sun Boutique Hostel*. Privatzimmer und Dorms. Garten mit Hängematten und Pool.
St. Paul’s Bay und Mellieħa: Nahe den Stränden im Norden Maltas
Schlimmer geht immer. Wenn’s mal ein Ranking der hässlichsten Ferienorte am Mittelmeer geben sollte, hat die St. Paul’s Bay gute Chancen auf einen der vorderen Plätze. Beton über Beton. Baulücken, vermüllte Brachen und Baustellen. Engländer, die sich im Pub schon morgens um zehn Uhr an ihrer Bierdose festhalten. Und Touristen mit traurigen Augen auf der Suche nach dem, was man sich von einem Urlaub am Mittelmeer erhoffte. In der St. Paul’s Bay landet das Gros aller Pauschalurlauber.

St. Paul’s Bay ist der Überbegriff für ein Häusermeer an der gleichnamigen Bucht. Dieses teilt sich auf in die Ortsteile Qawra, Buġibba, San Pawl il-Baħar und Xemxija. Die St. Paul’s Bay ist sowohl Hotelstadt für Pauschaltouristen als auch Wohnort von Immigranten, die hier noch einigermaßen günstige Bleiben finden können: serbische und albanische Bauarbeiter, indische Arbeitskräfte, Flüchtlinge aus Afrika.
Rund um die St. Paul’s Bay führt eine Uferpromenade, die an sich recht nett ist. Sandstrände gibt es vor Ort nicht, nur Felsen und Lidos. Darunter befindet sich mit dem Café del Mar der wohl stylishste Lido Maltas, das muss man der St. Paul’s Bay schon lassen. Sandstrände sind nur wenige Kilometer entfernt, unter anderem die Mellieħa Bay.

Die Mellieħa Bay (auch: Għadira Bay) liegt unterhalb des gleichnamigen Städtchens Mellieħa, das sich den Hang hinaufzieht. Stellt sich Euch die Frage „Mellieħa oder St. Paul’s Bay?“, dann ist unsere Antwort eindeutig: Mellieħa. Mellieħa liegt schön, hat gute Lokale und durchaus noch eine recht nette, authentische Atmosphäre.

Für wen? Wer aufs Geld schauen muss und wenig Anspruch auf Ambiente hat, hat in der St. Paul’s Bay reelle Chancen auf ein Schnäppchen. Ein klarer Vorteil der St. Paul’s Bay und Mellieħas sind zudem die nahen Sandstrände.
Nachteile: Die Niveaulosigkeit der St. Paul’s Bay kann einem den Urlaub verderben. Viele Unterkünfte liegen zudem hinter lauten Straßen vom Meer getrennt. Wer eine der ruhigeren Ecken Mellieħas wählt, sollte keine Probleme mit ständigen Auf- und Abstiegen haben.
Hoteltipps für die St. Paul’s Bay und Mellieħa
- Obere Liga: Das Hotel → Doms Boutique Living* befindet sich direkt vor der Pfarrkirche von Mellieħa an einem recht pittoresken Platz. Lässiger Pool und coole Bar.
- Mittelklasse: Das → Gillieru Harbour Hotel* ist eine alteingesessene Adresse in der St. Paul’s Bay. 74 Zimmer mit Balkon. Pool mit herrlicher Meerblickterrasse.
- Budget: Es gibt viele stillose Hotelzimmer und Apartments fürs kleinere Geld. Nichts aber, was wir hier explizit empfehlen mögen.
Marsaxlokk, Marsaskala und Birżebbuġa: Übernachten im Südosten Maltas
Schönster Standort im Südosten Maltas ist ohne Umschweife das Fischerstädtchen Marsaxlokk. Bunte Luzzus, wie die maltesischen Fischerboote genannt werden, schaukeln im Hafen. Dahinter leuchtet der Ort in der Abendsonne wie Honig im Glas. Zusätzliches Bonbon sind die vielen guten Fischlokale vor Ort – auch die Malteser kommen zum Tafeln hierher.
Tagsüber ist viel los im Städtchen. Der tägliche Touristenmarkt, der sich am Sonntag richtig aufplustert, lässt die Besucher in Scharen anreisen. Am Abend aber kehrt Ruhe ein in Marsaxlokk. Wir mögen den Ort, haben hier schon oft übernachtet. Perfekt aber ist er nicht: Von der Uferpromenade blickt man auf ein riesiges Kraftwerk. Und die beiden kleinen Sandstrände sind eher als mickrig zu bezeichnen.
Eine Bucht weiter liegt Birżebbuġa, das man bei der möglichen Standortwahl gleich ad acta legen kann. Zwar gibt es hier einen recht schönen Sandstrand. Aber wollt Ihr allen Ernstes vor der Kulisse des Freeports, des riesigen Containerhafens Urlaub machen? So sieht es in Birżebbuġa aus:

Dann wäre da noch Marsaskala. Die Kleinstadt liegt an sich an einer schönen tiefen Bucht. Gleichzeitig aber wird auch dort viel gebaut und abgerissen. Das geht schon seit Jahren so und scheint kein Ende zu nehmen – daher raten wir noch immer von Marsaskala als Standort ab.
Für wen? Marsaxlokk ist ein idealer Standort für Fischliebhaber.
Nachteile: Keine guten Bademöglichkeiten vor Ort. Ohne Mietwagen weit abgelegen von vielen Sehenswürdigkeiten Maltas.
Hoteltipps für Marsaxlokk
- Obere Liga: Diese wird in Marsaxlokk bislang noch nicht bedient. Neue Häuser sind jedoch im Entstehen.
- Mittelklasse: Das → Quayside Malta* in Bestlage am Hafen bietet Studios und Apartments in einem Natursteingebäude aus dem 19. Jahrhundert. Am schönsten und teuersten sind die Penthouse-Apartments.
- Budget: Eine der einfacheren Pensionen vor Ort ist das → Port View Guesthouse*. Vier Zimmer besitzen Balkone mit seitlichem Hafenblick.
Mdina und Rabat: Malta für Romantiker
Mdina, die erhabene Festungsstadt und alte Hauptstadt Maltas, ist mit das Schönste, was Malta zu bieten hat. Die Stadt liegt im Inselinneren, ist tagsüber voll mit Ausflugstouristen und abends still wie ein Mäuschen. Mdina ist ein Schmuckkästchen mit alten Palazzi und schmalen Gässchen, durch die am frühen Morgen die Nonnen zum Gebet huschen.

Keine 100 Menschen leben hier noch zwischen dicken alten Mauern. Mdina ist eine Museumsstadt, aus der natürliches Leben weitgehend verschwunden ist. Schönheit aber kann man dieser städtebaulichen Perle wahrlich nicht absprechen.
Wer authentisches maltesisches Leben sucht, findet es nebenan in Rabat. Das Kleinstädtchen grenzt an Mdina, ist also fußläufig zu erreichen. Hier gibt’s für den Touristen alles, was er braucht, auch gute Einkaufsmöglichkeiten und hervorragende Restaurants. Zwischen Rabat und Mdina liegen Bushaltestellen, von denen man in die verschiedensten Ecken der Insel gelangt.
Für wen? Mdina ist ein Ort für Verliebte und andere mit Sinn für Romantik. Als Teil der Flitterwochen könnten wir uns Mdina gut vorstellen.
Nachteile: Kein Meer vor der Tür.
Hoteltipps für Mdina und Rabat
- Obere Liga: Traumhaft schön und sündhaft teuer ist das → Xara Palace Hotel*, ein Fünfsterner in Mdina. Man wohnt hier in einem historischen Adelspalast. Angeschlossen ist ein Sternelokal, wo man zu herrlichen Inselblicken diniert.
- Mittelklasse: An der Hauptgasse von Rabat liegt die entzückende → Casa Azzopardi*. Nur drei freundliche Zimmer, am schönsten ist das oberste mit Dachterrasse und Küche.
- Budget: In Rabat kann man noch halbwegs bezahlbare Apartments finden, wenn man frühzeitig guckt – schaut Euch auf den entsprechenden Portalen um.
Die Dörfer des Inselinneren: Malta für Fortgeschrittene
Wir schauen uns vor unseren Recherchereisen stets auch immer nach Unterkünften in den Dörfern im Inselinneren von Malta um. Dort geht das Leben noch seinen gemütlichen, natürlichen Gang, und dort bekommt man in der Regel auch noch problemlos einen Parkplatz. Dabei gilt die Devise: Je weiter weg vom Großraum Valletta, desto beschaulicher.
Wir selbst haben schon mehrmals im Bauerndorf Mġarr im Nordwesten gewohnt. Supergemütlich dort. Ruhig, freundliche Menschen und gute Restaurants, die hervorragende Karnickelgerichte zaubern. Ein weiterer Pluspunkt ist die Nähe zu den schönsten Stränden Maltas, die man von Mġarr auch mit dem Bus ansteuern kann. Unter Maltesern wohnt man aber auch in anderen hübschen historischen Dörfern und Kleinstädten wie Siġġiewi, Żejtun oder Żebbuġ.

Für wen? Für alle, die sich unters Volk mischen wollen und eventuell schon öfters in Malta waren.
Nachteile: Ohne Mietwagen sind die Dörfer nichts für Leute, die sich viel anschauen wollen. Das Bussystem ist auf Malta zwar gut. Wenn man aber Pech hat, muss man zuerst nach Valletta, zum Flughafen oder nach Mosta, um mit dem nächsten Bus zum Ziel zukommen – und das kann dauern. Außerdem sollten alle, die sich nicht selbst versorgen wollen, vorab die Anzahl der Restaurants und deren Öffnungszeiten checken.
Hoteltipps für die maltesischen Dörfer
Die meisten Unterkünfte in den maltesischen Dörfern sind der gehobenen Mittelklasse zuzurechnen. Die obere Liga ist kaum vertreten. Und was Budgetunterkünfte angeht, so sollte man sich wie immer frühzeitig auf Airbnb umschauen.
Eine gute Adresse in der oberen Mittelklasse ist das → Palazzo Castagna Boutique Hotel* im Herzen von Għaxaq (Nachbardorf von Żejtun). Ein Traum von einem Palasthotel! Rooftop-Pool mit Kirchenblick, dazu ein gutes gehobenes Restaurant.
Gozo: Insel für Stillesucher und Wanderer
Auch auf Gozo wird mittlerweile gebaut und gebaut, zudem sorgt die Masse der täglich einfallenden Tagesausflügler aus Malta für Unruhe auf Maltas Little Sister. Abseits der Hotspots gibt es aber auch noch so einige ruhige Ecken. Und wer sich vornimmt, den → Gozo Coastal Walk zu wandern, wird auf vielen Abschnitten gar keinem Menschen begegnen – der Trail ist ein Traum von einem Küstenwanderweg.
Wo wohnen auf Gozo? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wer kein Auto hat, quartiert sich am besten im urigen Hauptstädtchen Victoria in der Inselmitte ein. Dort nämlich liegt der zentrale Busbahnhof, von dem aus man in alle Ecken der Insel gelangt.

Wer das Meer vorm Balkon haben will, sucht sich eine Unterkunft in Xlendi oder Marsalforn. Die beiden Ferienorte Gozos mögen im Vergleich zu denen auf Malta noch beschaulich sein, geklotzt wird aber auch hier, und das nicht zu knapp – von Baustellenlärm ist auszugehen. Vor allem in Marsalforn lassen sich in der Vor- und Nachsaison Schnäppchen machen, das Angebot an Apartments ist riesig.


In Dörfern wie Għarb, Żebbuġ oder Nadur aber ist es noch überaus ruhig. Zur Siesta hört man dort eventuell sogar eine Stecknadel fallen. Die Gozo-Dörfer sind ideale Standorte für alle, denen ein schattiges Plätzchen und ein gutes Buch zum Urlaubsglück reichen. Am besten bucht man sich dann in einem schönen historischen Farmhouse ein. Diese charmanten „Houses of Character“ mit lauschigen Gärten oder einem Pool im ummauerten Innenhof sind die mit Abstand schönsten Unterkunftsmöglichkeiten auf Gozo. Man findet sie auch auf booking.com*.

Für wen? Wer gerne wandert und im Urlaub Bücher verschlingt, aber auch auf schöne Bademöglichkeiten nicht verzichten will, ist auf Gozo gut aufgehoben.
Nachteile: In Sachen Nachtleben ist nicht allzuviel los. Schicke Bars?Fehlanzeige.
Hoteltipps für Gozo
- Obere Liga: Wer sich im Fünf-Sterne-Hotel → Ta Ċenċ* in Sannat einquartiert, schläft da, wo einst schon Brad Pitt und Angelina Jolie schliefen. Eine kleine Stadt für sich hinter hohen Mauern, schöner Pool, schöner Garten.
- Mittelklasse: Das → Guesthouse Maria Giovanna* liegt etwas zurückversetzt von der Uferpromenade in Marsalforn. Gut geführter Familienbetrieb mit 15 individuell dekorierten Zimmern. Hervorragendes Frühstück.
- Budget: Im → B & B Ferrieha Farmhouse* haben zwar alle Zimmer private Bäder, diese sind teilweise allerdings extern gelegen. Pluspunkte: der Pool und der Blick von der Dachterrasse hinüber nach Comino.
Wo übernachten auf Malta und Gozo: FAQs
Lohnt es sich, auf Malta mehrere Standorte zu buchen?
Das kommt darauf an, wie lange Ihr bleibt. Bei mehreren Tagen würden wir einen Unterkunftswechsel auf jeden Fall empfehlen, um die Insel(n) von unterschiedlichen Seiten kennen zu lernen.
Wie viel Zeit soll ich für Malta einplanen?
Im Rahmen eines Kurztrips kann man mal hineinschnuppern ins Land. Will man etwas sehen und erleben auf Malta, ist eine Woche schnell vorbei. Wer auch Gozo und Comino mit ins Programm nehmen will, sollte also eher zwei Wochen ansetzen.
Wo sollte man auf Malta nicht übernachten?
Die St. Paul’s Bay und der Ortsteil Paċeville in St. Julian’s sind für uns persönlich Horrororte. Dort würden wir freiwillig nie wohnen.
Wo wohnt man nahe an den Sandstränden?
Wer Sandstränden nah sein will, wählt Mellieħa, Mġarr oder das große → Radisson Blu Resort* hinter der Golden Bay – wenn man denn auf so was steht.
Ich bin zum ersten Mal auf Malta. Wo soll ich wohnen?
Wer mit Valletta beginnt, wird nicht enttäuscht sein. Später kann man ja für ein paar ruhige Tage hinüber nach Gozo hüpfen.
Wo soll ich hin auf Malta, wenn ich meine Ruhe haben will?
Wer seine Ruhe haben will, sollte die längste Zeit auf Gozo bleiben. Aber auch der Nordwesten von Malta und einige Dörfer im Inselinneren Maltas sind sehr ruhig.
Malta ohne Auto. Wo wohnt man am besten?
Auf Malta hat man in Valletta und auf Gozo in Victoria Busbahnhöfe vor der Tür, von wo Busse in alle Winkel der Inseln starten. Wer anderswo wohnen will, findet in unserem Literaturtipp weitere Infos zu Busverbindungen und zum Transport auf den Inseln, die bei der Entscheidung für oder gegen einen Standort hilfreich sein können. Wie schon gesagt: Mit Bussen kommt man recht gut über die Inseln, allerdings steht man häufig im Stau und alles dauert länger, als man denkt.
Malta mit Familie. Was soll ich buchen?
Selbstversorger wohnen am besten in einem Farmhouse mit Pool – da gibt es unglaublich schöne. Wer ins Hotel will, bucht sich wohl besser in einem Ferienort in Strandnähe ein. Die sind zwar nicht sonderlich schön, dafür gibt es dort Kinderbespaßung und viele Hotels mit Pool.
Kann man auch auf Comino übernachten?
Derzeit nur im Zelt, es gibt einen kostenlosen Campingplatz. Ein nobles Resort ist in Planung.

Literaturtipp
Im Gepäck sollte unser → Malta-Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag* sein. Dort gibt es nicht nur weitere Unterkunftstipps, sondern auch jede Menge anderer Infos über Malta.

Mehr Malta hier auf dem Blog
- Gozo Coastal Walk: Über viele Klippen musst du gehen
- Mit der Fähre von Malta nach Sizilien oder andersrum: Alle Infos auf einen Blick
- Wenig Sand, viel Fels: Malta und die Sache mit dem Baden
- Jerma Palace Hotel: Von Gaddafis Luxusbude zum Lost Place
- Gozo: Hey, Little Sister!
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Hallo ihr beiden,
ich muss gestehen, dass ich bisher wenig Lust auf Malta hatte. Warum, weiß ich selbst nicht so genau. Nächstes Jahr habe ich aber tatsächlich eine Reise auf die Inseln geplant – und da kommt euer Artikel gerade recht. Vielen Dank für die tollen Tipps! Und euren Reiseführer besorge ich mir natürlich auch. 🙂
Liebe Grüße
Elke
Liebe Elke,
dann sind wir sehr gespannt, wie du die Insel(n) erlebst. Der Reiseführer erscheint komplett überarbeitet Anfang nächsten Jahres.
Liebe Grüße zurück
Gabi und Michael
Vielen Dank für diesen hilfreichen und ausführlichen Blogbeitrag und die Mühe, die ihr in den Artikel gesteckt habt! Die Tipps zu den verschiedenen Ecken Maltas sind wirklich super für die Reiseplanung.Ich war selbst schon zweimal auf der Insel – das erste Mal im Jahr 2004 und dann wieder 2021. Ich muss ehrlich sagen, dass ich beim zweiten Besuch einen regelrechten Schock bekommen habe, was die bauliche Veränderung angeht. Malta hat in diesen Jahren leider unglaublich viel von seinem ursprünglichen, beschaulichen Charme an den massiven Bauboom und die dichte Betonbebauung verloren.Gerade wenn man überlegt, wo man übernachten möchte, macht diese Entwicklung einen riesigen Unterschied. Umso wertvoller ist eure Übersicht. Ich werde sie gleich mal Freunden empfehlen, die eine Reise für Oktober planen.
Liebe Carola,
da müssen wir dir voll und ganz Recht geben. Wir sind ja alle drei Jahre vor Ort, um unseren Reiseführer zu aktualisieren, und jedes Mal ist der Schock größer. Seit 2021 sind noch viele viele Betonblöcke mehr hinzugekommen. Der Bauwahn macht die Inseln als Reiseziel langsam immer schwieriger, sodass wir sie gar nicht mehr richtig empfehlen können, obwohl wir doch darüber schreiben. Aber es gibt immer noch schöne Ecken und das „alte authentische Malta“ zu entdecken. Man muss nur genau überlegen, wo man eben landen will, um zu vermeiden, dass der Trip in die Hose geht.
Wir freuen uns sehr, dass du den Artikel weiterempfiehlst.
Herzliche Grüße
Gabi und Michael