„Wo sollen wir in İstanbul übernachten? Ihr kennt Euch aus, Ihr habt doch bestimmt einen Übernachtungstipp für uns?“
Wir wissen nicht, wie oft wir Fragen dieser Art schon beantwortet haben. Damit mal Schluss ist mit den ewig gleichen Antworten, haben wir uns hingesetzt und diesen Artikel geschrieben – für unsere Freunde und für alle sonst, die auf der Suche nach Übernachtungstipps in schönen Stadtteilen von İstanbul sind.
Ja, wir kennen İstanbul. Ziemlich gut sogar. Als Autoren mehrerer → Reiseführer über İstanbul und die Türkei* waren wir schon unzählige Male da. Wir kennen alle touristisch relevanten und viele touristisch unrelevanten Stadtteile der Megacity. Wir sind regelmäßig vor Ort. Aber was Hoteltipps für İstanbul angeht, so ist das nicht so einfach. Denn jeder Tourist tickt anders oder will anderes.
Wollt Ihr möglichst nahe an den großen Sehenswürdigkeiten wohnen und nicht viel Zeit mit Transport vertrödeln? Oder wollt Ihr Euch lieber unters Volk mischen und nachts durch die Bars ziehen? Seid Ihr İstanbul Beginners oder Fortgeschrittene auf der Suche nach neuen Standorten? İstanbul ist eine riesige Stadt mit mindestens 17 Millionen Einwohnern und unzähligen Unterkünften jeglicher Couleur.

In diesem Artikel stellen wir Euch verschiedene Standorte mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Konkrete Hoteltipps für İstanbul liefern wir zwar auch, allerdings gehen wir sparsam mit unseren handverlesenen Empfehlungen um. Wer sich auf den gängigen Portalen wie → booking.com* umschaut, sollte sich Zeit für aktuelle Rezensionen nehmen und diese auch richtig zu interpretieren wissen. Es ist manchmal gar nicht so einfach, Fake-Schlechtmachereien von konstruktiven Kritiken unterscheiden.
Achtung: booking.com funktioniert in der Türkei nicht, da verboten. Ihr solltet Euch also schon vor Eurer Reise dorthin für eine Unterkunft entschieden haben.
Standorttipps İstanbul: Inhaltsverzeichnis
Sultanahmet: Im Angesicht der Hagia Sophia
Sirkeci und Basarviertel: Tagsüber Trubel, nachts tot
Laleli und Aksaray: Günstige Hotels im Textilzentrum
Taksim und Beyoğlu: Wohnen im Ausgehviertel
Galata: Gassenschluchten zwischen Turm und Brücke
Karaköy: Wo der Bosporus das Goldene Horn küsst
Beşiktaş: Zwischen Taksim-Platz und Bosporus
Übernachten in den Bosporusstädtchen
Die asiatische Seite: Auf nach Kadıköy!
Reif für die Insel? Übernachtungsausflug auf die Prinzeninseln
Sultanahmet: Im Angesicht der Hagia Sophia
Sultanahmet ist der touristischste Stadtteil İstanbuls. Hier versammeln sich die größten Sehenswürdigkeiten der Stadt: Hagia Sophia, Blaue Moschee, Topkapı-Serail und Yerebatan-Zisterne. Viele Touristen, vor allem die mit wenig Zeit im Gepäck, kommen aus Sultanahmet kaum heraus.
Wer als İstanbuler nicht im Tourismusgeschäft arbeitet, meidet diesen Stadtteil. Kein İstanbuler, der etwas auf sich hält, würde in Sultanahmet ausgehen. Und keiner, der etwas auf sich hält, würde hier auf die Suche nach einer Wohnung gehen. Es gibt auch kaum welche. In direkter Nähe zu den Sehenswürdigkeiten gibt es nur Hotels, Souvenirläden und Restaurants mit satten Preisen und nervigen Speisekartenwedlern, die nur solange freundlich sind, bis sie einen ins Lokal gezehrt haben. Lediglich in Cankurtaran und Kadırga, zwischen Blauer Moschee und Marmarameer, findet man noch ein paar authentische, einfache Viertel.

Das alles sollte man wissen, wenn man eine Unterkunft in Sultanahmet wählt. Es gibt sie von günstig bis feudal, darunter sind ausgesprochen charmante Boutiquehotels in osmanischen Stadtpalästen oder alten Konaks, wie die stattlichen İstanbuler Villen genannt werden. Viele von ihnen besitzen herrliche Dachterrassen mit Blick auf die Hagia Sophia und/oder das Marmarameer.
Mit Lärmbelästigungen ist, von den Rufen der Muezzine einmal abgesehen, kaum zu rechnen. Sultanahmet ist verkehrsberuhigt, und lautere Bars gibt es nur auf wenigen Dachterrassen.

Hoteltipps für Sultanahmet
- Obere Liga: Das → Four Seasons Hotel* gehört zu den teuersten, aber auch schönsten Unterkünften Sultanahmets. Der feudalen und dazu enorm atmosphärischen Unterkunft mag man heute gar nicht mehr abnehmen, dass sie in osmanischer Zeit als Gefängnis diente. Im Haus auch mehrere Restaurants.
- Mittelklasse: Das → Hotel Turkish House* ist ein liebevoll restaurierter Konak mit Holzdecken und -böden. Tolles Frühstück!
- Budget: Das familiengeführte → Berk Guesthouse* besteht seit 1987. Schlichte, aber saubere Zimmer, manche mit tollem Blick. Ganz großer Pluspunkt: die herrliche Dachterrasse.

Sirkeci und Basarviertel: Tagsüber Trubel, nachts tot
Vom schmuddeligen Billighotel bis zur Fünf-Sterne-Herberge ist im Bahnhofshotel Sirkeci alles vorhanden. Die großen Sehenswürdigkeiten sind von Sirkeci bequem zu Fuß zu erreichen, auch auf die andere Seite des Goldenen Horns oder auf die asiatische Seite gelangt man schnell.
Sirkeci geht gen Westen fließend ins Basarviertel über. Dieses erstreckt sich zwischen den Stadtteilen Beyazıt und Eminönü, ist werktags ein orientalisches Tohuwabohu, am Abend und sonntags jedoch tot. Mit den Geschäften schließen auch die kleinen Lokantas und einfachen Restaurants im Basarviertel. Dann haben nur noch ein paar Hotelrestaurants und Touristenlokale geöffnet. Bars? Fehlanzeige.
Hoteltipps für Sirkeci und das Basarviertel
Empfehlen können wir hier in erster Linie zwei Hotels der oberen Liga.
- Das → Orientbank Hotel* zwischen Sirkeci und Basarviertel ist eine ausgesprochen feine Adresse, die zur Autograph Collection der Marriott-Kette gehört. Untergebracht ist das Edelhotel in der ehemaligen deutschen Orientbank, die Anfang des 20. Jahrhunderts vom preußischen Architekten August Jasmund erbaut wurde. Die Rezeption befindet sich in der umwerfenden Schalterhalle. 36 Zimmer und Suiten mit klassisch-eleganter Ausstattung. Dachterrasse und Jazzbar.
- Das → Miniature Hotel* ist ein stilsicheres Boutiquehotel, nur einen Katzensprung vom Großen Basar und den Sehenswürdigkeiten Sultanahmets entfernt. Im Stadthaus aus dem Jahr 1875 werden nur zehn Zimmer mit Holzböden vermietet. Zwei schöne Dachterrassen.

Laleli und Aksaray: Günstige Hotels im Textilzentrum
Wer in den einschlägigen Portalen nach preiswerten Hotels in zentralen Stadtteilen İstanbuls googelt, landet schnell bei Unterkünften in Laleli und Aksaray westlich von Sultanahmet.
Geschäftig geht es in Laleli zu. Laleli ist das Textilzentrum der Türkei. Hier ordern osteuropäische, vorderasiatische und afrikanische Händler ganze Kollektionen. Die Hotels liegen zwischen Tausenden von Textilgeschäften. Die meisten Hotels sind zweckmäßig, unpersönlich und austauschbar. Abends kann man essen gehen, viel mehr ist allerdings nicht geboten.

Das anschließende Aksaray ist etwas natürlicher und lebendiger, in manchen Ecken aber auch etwas unfein und sinister oder stockkonservativ. Der Stadtteil ist insgesamt recht multikulturell, hier leben viele Migranten.
Von Laleli und Aksaray sind es etwa zwei bis vier Kilometer nach Sultanahmet. Wer nicht zu Fuß gehen will, nimmt die Straßenbahn. Großer Vorteil sind die günstigen Preise – fürs gleiche Niveau muss man in Sultanahmet deutlich mehr Geld hinlegen. Charme aber haben Laleli und Aksaray nicht. Aus der Reihe fallende Übernachtungsadressen sind uns unbekannt.
Wo wohnen am Goldenen Horn?
Oder wo besser nicht wohnen am Goldenen Horn? Das Goldene Horn, das die Türken schlicht Haliç nennen, ist ein elf Kilometer langer und bis zu 400 Meter breiter Meeresarm, der die europäische Hälfte der Stadt durchschneidet. Die meisten Viertel nördlich und südlich davon sind heute schwer konservativ. Ausnahme: Karaköy, das wir weiter unten noch beschreiben. In anderen Vierteln am Goldenen Horn würden wir never ever eine Unterkunft suchen – dazu gehört insbesondere der streng religiöse Stadtteil Eyüp am „Ende“ des Meeresarms.
Wer als İstanbulkenner auf der Suche nach einem neuen Standort ist, kann seine Hotelsuche eventuell auf die Stadtteile Balat und Fener ausweiten. Die beiden Stadtteile sind stimmungsvolle, uralte Viertel, in denen einst vor allem Juden, Griechen und Armenier lebten. Heute wohnen in den steilen Gassen überwiegend fromme Muslime. Doch auch viele Touristen zieht es hierher, vor allem tagsüber. Nachts ist, von einigen wenigen Restaurants einmal abgesehen, tote Hose.


Konkrete Unterkunftstipps für Balat und Fener haben wir nicht. Schaut Euch in den einschlägigen Portalen um. Mehr über die Viertel erfahrt Ihr in einem separaten Beitrag: → Alter Charme und neue Vibes: Die Istanbuler Viertel Balat und Fener.
Am Nordufer des Goldenen Horns entstanden im Zuge des so genannten „Tersane-Projekts“ ein paar neue Luxushotels wie das → Rixos Tersane*. Das Projekt, bei dem alte Werft- und Speicheranlagen in moderne Lofts, Malls, Museen und Restaurants umgewandelt werden, ist noch nicht abgeschlossen. Doch die neue Urbanität wirkt etwas künstlich und steril.
Taksim und Beyoġlu: Wohnen im Ausgehviertel
Der Taksim-Platz und der südlich daran anschließende Stadtteil Beyoğlu gehören zu den pulsierendsten Ecken İstanbuls. Hier brummt der Bär, Tag und Nacht. In den Gassenschluchten rechts und links der Flaniermeile İstiklal Caddesi gibt es Bars, Clubs und Restaurants bis zum Abwinken.
Wer also nicht nur Moscheen und Museen besichtigen, sondern sich auch gerne am Abend unters Volk mischen will, sollte über ein Hotel in Beyoğlu nachdenken. Ein weiterer Vorteil ist die verkehrstechnisch gute Lage: Vom Taksim-Platz und von Beyoğlu kommt man mit Bussen und Metro in alle Ecken der Stadt. Auch zu den Anlegestellen der Fähren auf die asiatische Seite ist es nicht weit.

Beyoğlu ist unsere persönliche Lieblings-Hood auf der europäischen Seite. Wir wohnen meistens hier, wenn wir in İstanbul zu tun haben. Wer auf der Suche nach einer Ferienwohnung ist, schaut sich am besten auf Airbnb um, das Angebot ist groß. Doch auch abgesehen von Apartments bietet der Stadtteil für jeden Anspruch und Geldbeutel etwas.
Eines muss man aber vor der Buchung beachten: die mögliche Nähe zu Bars! In Beyoğlu gibt es Gassen, in denen sich Bar an Club und Club an Bar reihen. Wer dort schlafen will, den beißen die Hunde – und zwar nicht nur am Wochenende, gefeiert wird in Beyoğlu jeden Tag. Gleichzeitig gibt es aber auch sehr ruhige Gassen. Nehmt Euch daher ein bisschen Zeit für die Vorrecherche und wählt am besten Zimmer in den oberen Etagen.
Unbedingt zu meiden sind Hotels rund um die Restaurantgasse Nevizade Sokak und direkt an der Bargasse Sofyalı Sokak. Auch der Autolärm der Verkehrsschneisen Tarlabaşı Bulvarı (mit Straßenstrich!) und Refik Saydam Caddesi ist nicht prickelnd – wählt bloß kein Hotel direkt an diesen Straßen!

Und noch etwas gibt es zu bedenken, vor allem dann, wenn man nicht so gut zu Fuß ist. Rechts und links der İstiklal Caddesi geht es bergab oder bergauf, und zwar teils ganz schön steil!
Recht langweilig finden wir das Hotelviertel Talimhane, das direkt an den Taksim-Platz grenzt. Die dortigen Hotels richteten sich bis vor kurzem vornehmlich an arabische Touristen. Dementsprechend dominieren dort alkoholfreie Restaurants, Shisha-Bars und Koffergeschäfte für den Großeinkauf. Zuletzt herrschte tote Hose in Talimhane. Die Araber blieben weitgehend aus, den hohen Preisen in der Türkei und der unsicheren Situation im eigenen Land geschuldet.
Hoteltipps für Taksim und Beyoğlu
- Obere Liga: Das → Pera Palace Hotel* ist ein legendärer Name am Bosporus. Hier schliefen schon Marlene Dietrich, Jackie Kennedy und Agatha Christie – in Zimmer 411 schrieb Letztere ihren Roman „Mord im Orient-Express“. Wer in dem etwas zu protzig-kitschigen Grand Hotel mit fünf Sternen übernachtet, sollte unbedingt ein Zimmer mit Blick aufs Goldene Horn wählen. Wenn schon, denn schon.
- Mittelklasse: Auch das → Büyük Londra Oteli*, das im Jahr 1892 errichtet wurde, gehört zu den klangvollen Namen İstanbuls. An der herrlich plüschigen Bar versumpfte schon Hemingway. Die Zimmer haben unterschiedliche Kategorien. In den oberen Stockwerken (ebenfalls mit Blick aufs Goldene Horn) sind sie recht komfortabel. In den unteren Stockwerken können sie muffig sein, manche Zimmer besitzen nicht einmal Fenster! Super: die Dachterrasse fürs Sonnenuntergangsbierchen und der Papagei in der Lobby.
- Budget: Im → Devman Hotel*, einem kleinen, sauberen Hotel, haben wir schon oft übernachtet. Solide Zimmer, einfaches Frühstück und Bestlage im Ausgehviertel Asmalımescit – ohne dass man selbst allzu viel Lärm abbekommt.


Tarlabaşı: Beyoğlu für Arme
In Spuckweite zum exaltierten Leben von Beyoğlu liegt Tarlabaşı. Der breite Tarlabaşı Bulvarı trennt nicht nur die beiden Viertel, sondern auch Welten. Südlich des stark befahrenen „Boulevards“ liegt das feierfreudige Beyoğlu mit seinen Bars, teuren Restaurants und dem ewigen Trubel auf der İstiklal Caddesi. Nördlich davon breitet sich Tarlabaşı aus, das trotz stetiger Gentrifizierung bislang noch ein Kiez des einfachen Volks ist. Die Unterkunftspreise sind hier erheblich niedriger als südlich des Tarlabaşı Bulvarı.
Steil fallen die Gassen von Tarlabaşı mit ihren historischen Erkerhäusern den Hügel hinunter. Alles ist hier eine Nummer kleiner als in Beyoğlu. Bars oder poshe Restaurants muss man bislang noch suchen. Stattdessen: Bakkallar, wie die Spätis in İstanbul genannt werden, einfache Lokantas, viele Katzen und ein schöner Wochenmarkt am Sonntag.

Noch bis in die Nullerjahre war Tarlabaşı so etwas wie eine No-go-Area für Touristen. Hier wohnten all jene, die sonst keiner haben wollte. Danach wurde das Viertel im Rahmen einer fragwürdigen „Stadterneuerung“ in Teilen entwohnt und umgestaltet. Mittlerweile gibt es ein paar schickere Ecken, authentische Straßenzüge überwiegen jedoch noch. Wir haben hier des Öfteren Ferienwohnungen gemietet und waren nie um unsere Sicherheit besorgt.
Konkrete Übernachtungstipps für Tarlabaşı haben wir nicht. Eure Unterkunft sollte aus Lärmgründen nicht unmittelbar am Tarlabaşı Bulvarı und gleichzeitig auch nicht zu weit nördlich davon liegen (steile Gassen und zu weit weg vom Leben in Beyoğlu!). Haltet zum Beispiel Ausschau in den Gassen, die von der Ömer Hayyam Caddesi abgehen. Am Ende der Ömer Hayyam Caddesi erleichtert eine Unterführung den Weg ins Nachtleben von Beyoğlu.
Galata: Gassenschluchten zwischen Turm und Brücke
Galata, dessen Gassen sich von Beyoğlu den Hügel hinab zum Goldenen Horn und zur berühmten Galatabrücke schlängeln, ist enorm stimmungsvoll. Galata gehört zu den schönsten Stadtteilen von Istanbul. Bewacht vom gleichnamigen genuesischen Turm erstreckt sich hier ein Viertel, das im Laufe der Jahrhunderte von vielen Kulturen geprägt war. Galata hat Synagogen genauso wie Moscheen und Kirchen.

Untouristisch darf man sich Galata aber nicht vorstellen. Die Gassen rund um den Galata-Turm, eines der Wahrzeichen İstanbuls, werden tagsüber von Menschen aus aller Herren Länder geflutet. Für sie gibt es viele Restaurants und ein paar Bars. Je nach dem, wo man in Galata wohnt, sind es nur ein paar Schritte hinauf zur İstiklal Caddesi oder hinab zur Galatabrücke, wo man wiederum recht schnell (für İstanbuler Verhältnisse) bei den großen Sehenswürdigkeiten ist. Wer sich für ein Hotel in dieser Hanglage entscheidet, sollte allerdings gut zu Fuß sein und mit steilen Auf- und Abstiegen keine Probleme haben.
Hoteltipps für Galata
- Obere Liga: Das → Georges Hotel* bietet 20 ausgesucht hübsche Zimmer in einem historischen Stadtpalast. Fast alle haben einen Balkon. Dachterrassenrestaurant.
- Mittelklasse: „Manzara“ heißt Aussicht, und diese gibt es von jeder der stilvoll eingerichteten Wohnungen des Architekten Erdoğan Altındış und seiner Frau Gabi. Fast alle befinden sich in Galata. Highly recommended! Alle Infos auf manzara-apartments.com.
- Budget: In der unteren Preisklasse ist das → Hostel Le Banc* eine gute Wahl. Privatzimmer mit Bad und Dorms für geringere Ansprüche. Die Lage ist perfekt.
Karaköy: Wo der Bosporus das Goldene Horn küsst
In Karaköy wohnen? Früher hätten wir ganz klar mit dem Kopf geschüttelt, wären wir nach Hoteltipps für Karaköy gefragt worden. Früher nämlich war Karaköy ein schwer rustikales Viertel mit vornehmlich Männern auf der Straße – Handwerker auf der Suche nach Schrauben und Werkzeugen sowie horny guys auf der Suche nach billiger Liebe. So einige Gassen hinter dem Hafen hatten einen nahezu legendären Ruf.

Das alles hat sich spätestens seit dem Bau des neuen Kreuzfahrtterminals, des Galataports, gründlich geändert. Heute ist Karaköy ein Ausgehviertel mit jeder Menge Cafés und Bars, durch das auch täglich Armadas von Touristen stiefeln. Authentische Straßenzüge gibt es aber auch noch zuhauf und dazu viele Fischlokale.

Karaköy ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Man kommt gut hin und auch wieder weg. Entlang der Hauptverkehrsachsen ist das Verkehrsaufkommen allerdings hoch, was man bei der Unterkunftssuche beachten sollte. Wer sich für den Standort Karaköy entscheidet, sollte die Straßen Necatibey Caddesi, Kemeraltı Caddesi und Tersane Caddesi meiden.
Hoteltipp für Karaköy
An der Bankalar Caddesi reihte sich einst eine Bank an die andere, allesamt waren sie in prächtigen Stadtpalästen untergebracht. Heute dienen die meisten dieser Palazzi Protzi anderen Zwecken. Dazu gehört der Neorenaissancepalast, in dem vormals die Sümer Bank untergebracht war. Heute residiert hier das → The Bank Hotel*, das wir allen empfehlen können, bei denen nicht nur ein paar Münzen in der Tasche klimpern. Die von Säulen unterteilte Lobby im ehemaligen Schalterraum ist filmreif, und auch sonst hat hier alles Stil.
Nördlich des Taksim-Platzes
Nördlich des Taksim-Platzes reihen sich Stadtteile aneinander, denen eines gemein ist: viel Verkehr, viel Stau. Die Viertel Teşvikiye und Nişantaşı sind interessant für all jene, die gerne edel essen und sich bei Prada & Co wohlfühlen. In Teşvikiye und Nişantaşı ist ein Teil der İstanbuler Oberschicht zuhause. Szenebars und rustikale Lokale? Kaum. Dafür Fine Dining und Crémant für 25 Euro das Gläschen. Mit der Metro ist man in wenigen Minuten am Taksim-Platz.
Hoteltipps für die Viertel nördlich des Taksim-Platzes
- Obere Liga: Wer auf klassische Stadthotels mit viel Luxus steht, dem können wir das alteingesessene → Divan Hotel* empfehlen. Fünf Sterne, jeglicher Komfort, oft tolle Aussichten. Hinter dem Haus steckt die kunstsinnige Koç-Dynastie, ein Flaggschiff der säkularen Türkei. Während der Gezi-Proteste 2013, als manche Häuser ihre Pforten für flüchtende Demonstranten verriegelten, wurde das Hotel zum Refugium der von der Polizei Attackierten. Im Untergeschoss war ein Notfalllazarett eingerichtet.
- Mittelklasse und Budget: Die stylishe Hipsterunterkunft → The Central House İstanbul* vermischt Hostel- und Hotelstandard. Hier gibt es Dorms genauso wie schicke Zimmer mit privaten Bädern. Treff aller Gäste: die Dachterrasse mit Bar.
Beşiktaş: Zwischen Taksim-Platz und Bosporus
Beşiktaş steht nicht nur für erstklassigen Fußball, sondern auch für einen liberalen Stadtteil am Ufer des Bosporus. Das Marktviertel ist bunt, die Anzahl der Fischlokale und Bierkneipen unüberschaubar. So viele Bars gibt es hier mittlerweile, dass in Beşiktaş das günstigste Bier am Bosporus gezapft wird – die Konkurrenz macht’s möglich. Nahe dem Fußballstadion steht der pompöse Dolmabahçe-Palast am Bosporusufer, eine der großen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Die Lage des Stadtteils ist gut: Sammeltaxis fahren rund um die Uhr hoch nach Taksim, Fähren legen vor der Tür ab. Und in Bälde wird Beşiktaş auch einen Metroanschluss und eine Straßenbahnstation bekommen – wenn nicht archäologische Funde einen Strich durch die Rechnung machen. Dann wird man auch spielend nach Sultanahmet gelangen. Bislang muss man von Beşiktaş mit dem Bus nach Kabataş fahren und dort auf die Tram umsteigen.
In Beşiktaş wird unterkunftstechnisch jede Preisklasse bedient. Gewöhnliche Stadthotels gibt es hier genauso wie ein paar Absteigen. Auch die Luxusklasse ist zugegen. Das Hotel der Hotels ist dabei das direkt am Bosporus gelegene → Çırağan Palace Hotel*, das zum Teil in einem alten Sultanspalast untergebracht ist.
Übernachten in den Bosporusstädtchen
Nördlich von Beşiktaş folgt Städtchen auf Städtchen – die vormals eigenständigen Bosporusorte sind heute allerdings mit dem Moloch İstanbul zusammengewachsen. In vielen Bosporusorten ist der Jetset zuhause. Andere, wie das Fischerstädtchen Sarıyer, konnten ihren alten Charme in die heutige Zeit retten.

Als Ausflugsziele sind die Orte mit ihren schönen Holzvillen, die sich die grünen Hügel hinaufziehen, zu empfehlen. Als Standorte nicht. Zum einen gibt es dort nur wenige Unterkünfte. Zum anderen kann die Fahrt in die zentralen Stadtteile in Stoßzeiten zu einem nervenaufreibenden Unterfangen werden – ab dem späten Nachmittag ein ewiges Stop and go. Dann bieten sich die Bosporusfähren als Alternative an. Schöner kann man kaum unterwegs sein, zügig aber kommt man mit ihnen auch nicht voran.

Drittes Manko: Wer in erster Reihe am Bosporus wohnen will, hat meist auch noch die Uferstraße vor der Nase. Ein paar Ausnahmen aber gibt es, wie das → Bebek Hotel By The Stay* – dort will man die Terrasse nicht mehr verlassen.
Die asiatische Seite: Auf nach Kadıköy!
Die beiden wichtigsten Stadtteile auf der asiatischen Seite sind Üsküdar und Kadıköy, zwei Stadtteile wie Feuer und Wasser. Während Üsküdar zugeknöpft und fromm ist, gehört Kadıköy zu den libertärsten Ecken der Türkei. Hier fließt das Bier in Strömen, hier trägt man Hotpants statt Kopftuch, hier wird Vielfalt aktiv gelebt – so gut es eben gehen kann in diesem Land.
Es dürfte also klar sein, welchen Stadtteil wir Euch auf der asiatischen Seite ans Herz legen. Von Kadıköy kann man 24 Stunden am Tag nach Europa rübermachen, bis Mitternacht mit Fähren, danach mit dem Dolmuş. Nach Sultanahmet ist man mit der Kombi Fähre/Straßenbahn etwa eine Stunde unterwegs. Oder man wählt Kadıköy als Standort für die Erkundung der asiatischen Seite. Dort allein gibt es so viel zu sehen, dass ein einziger İstanbultrip gar nicht reicht. Nur eines sei Euch gesagt: Kadıköy kann feiern, als gäbe es kein Morgen! Vor allem am Wochenende ist in den Straßen und Gassen mit ihren vielen Bars und Clubs die Hölle los.

Hoteltipps für Kadıköy
- Obere Liga: Das → DoubleTree By Hilton* ist ein Glasklotz nahe den Fähranlegern. Zeitgemäß eingerichtete Zimmer, je höher, desto teurer. Dachterrasse mit Pool und Restaurant. Der Panoramablick ist ein Spektakel!
- Mittelklasse: Das → Khalkedon Hotel* ist ein unprätentiöses, freundliches Haus mitten im Basarviertel. Auch hier gibt’s eine super Terrasse – ideal fürs Feierabendbier.
- Budget: Im → Yolo Hostel* im Trendkiez Rasimpaşa trifft sich eine internationale Travellercrowd.
Reif für die Insel? Übernachtungsausflug auf die Prinzeninseln
Die meisten İstanbultouristen machen höchstens einen Tagesausflug auf die vorgelagerten, autofreien Prinzeninseln. Und wenn, dann geht es in der Regel direkt nach Büyükada, die größte und leider auch überlaufenste Insel des kleinen Archipels. Schönheit aber kann man dem Eiland wahrlich nicht absprechen. Mehr über die Insel lest Ihr hier: → Büyükada: Pause vom Chaos auf Istanbuls größter Insel

Wir kennen alle vier ganzjährig bewohnten Inseln, haben bislang aber nur auf Büyükada und auf Heybeliada übernachtet. Zuzusehen, wie die Inseln am Abend zu sich selbst kommen und am Morgen vom Gekreische der Möwen geweckt werden, sind wunderbare İstanbulerlebnisse. Die Zahl der Übernachtungsgäste ist überschaubar, die der ausländischen tendiert gar gegen Null. Warum also nicht mal eine kleine Auszeit vom İstanbulchaos ins Auge fassen?
Man findet auf allen vier bewohnten Inseln Unterkünfte, jedoch nicht immer auf den gängigen Portalen. Daher konsultiert man am besten zusätzlich Google Maps und kontaktiert dort gefundene Unterkünfte direkt.
Wer sich etwas ganz besonderes leisten will, bucht das → Splendid Palace Hotel* auf Büyükada. Der 1908 erbaute weiße Palast ist ein Nostalgietraum mit herrlichen Ausblicken. Wie aus einer Agatha-Christie-Verfilmung entsprungen!

Literaturtipp
Mehr Infos zu İstanbul und Tipps zum Übernachten in der Stadt gibt es in unserem Reisehandbuch → İstanbul* aus dem Michael Müller Verlag.

Mehr İstanbul hier auf dem Blog
- Pera-Passagen: Die historischen Durchgänge von İstanbul
- İstanbuls schönste Kirchen: Was übrig blieb vom Christentum am Bosporus
- Büyükada: Pause vom Chaos auf İstanbuls größter Insel
- Kunstspotting in Istanbul: 26 coole Kunstorte am Bosporus
- Istanbul für Fortgeschrittene: Besondere Orte abseits der Touristenpfade
* Dieser Beitrag enthält Affiliatelinks, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn Ihr über einen solchen Link eine Buchung oder einen Kauf tätigt, erhalten wir eine kleine Provision. Für Euch bleibt der Preis unverändert.
















