Preiswert fliegen ist einfach.

Aber nicht immer möglich. Dafür spielen vor allem drei Faktoren eine Rolle: Zeitraum der Buchung vorm Abflug, das Flugziel und die Reisezeit.

Hinzu kommen aber noch andere Faktoren, an die Ihr vielleicht gar nicht denkt: Zum Beispiel Euere IP-Adresse und Cookies, die Airlines auf Ihren Webseiten einsetzen.

Grundsätzlich gilt:

  • Preiswert fliegen kann vor allem der, der Monate im Voraus weiß, dass er zu einer gewissen Zeit zu einem bestimmten Ziel fliegen will.
  • Tiefer oder ganz tief in die Tasche greifen muss der, der sich erst drei, vier Wochen oder gar kurz vor Antritt der Reise für ein Ziel entscheidet und an feste Hin- und Rückflugdaten gebunden ist.
  • Super Schnäppchen macht hingegen der, der kurzfristig irgendwo hin will, sagen wir einfach mal in die Sonne, egal ob nach Palermo, Miami oder Bali. Und dem es egal ist, ob der Flug zwei Tage früher oder später geht und ob der Aufenthalt zehn oder 14 Tage beträgt.

Die Flugdistanz spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Ein vierstündiger Direktflug nach Weißderhenkerwo kann gleich teuer sein wie ein doppelt so langer Flug nach Dawillichnichtabermussichhin. Das hat mit der Konkurrenz auf der Flugstrecke und der Nachfrage zum Ziel zu tun.

Es gibt zig Untersuchungen, die der Frage nachgehen, wann der beste Zeitpunkt für eine Flugbuchung ist. Einer Studie des US-Online-Reisebüros Expedia zufolge bekommt man die billigsten Tickets 150 bis 70 Tage vor dem Abflug, der beste Tag für eine Buchung ist der Dienstag. In einer Studie der Flugsuchmaschine Skyscanner wird der beste Zeitpunkt für die Buchung bei Billigfluglinien mit rund sieben Wochen vor Reisebeginn angegeben, bei klassischen Fluggesellschaften mit fünf Wochen. Das mag im Allgemeinen gelten. Doch Bangkok bucht man laut Skyscanner am billigsten 17 Wochen im Voraus. Was nun? Viel Theorie, die nicht viel bringt, die zudem eine wesentliche Frage unberücksichtigt lässt: Dauert der Flug mit dem billigsten Ticket elf Stunden, 15 Stunden oder 25 Stunden nach Bangkok?

Das billigste Angebot ist nicht automatisch das beste. Wie viele Zwischenstopps muss ich erdulden? Geht mein Flug um eine Zeit, die ein sauteures Taxi erfordert, weil die U-Bahn noch nicht fährt? Oder lande ich um 1 Uhr nachts, was mich eine zusätzliche Übernachtung kostet? Die beim billigsten Flug eingesparten 50 oder gar 200 Euro können sich schnell in Luft auflösen, wenn auch noch ein kleines Bierchen beim Zwischenstopp 10 € kostet.

Wolkenformation Mecklenburg Vorpommern

Wie finde ich ein günstiges Angebot?

Zuerst muss geklärt werden: Bin ich flexibel, was die Reisedauer und den Abflug- und Rückflugtag angeht? Ja oder Nein? Habe ich mich schon auf ein Ziel festgelegt oder will ich einfach nur weg? Und: Wann soll es losgehen? Die Antwort darauf ergibt verschiedene Ansätze, um nach einem preiswerten Flug zu suchen. Zu welcher Gruppe gehört Ihr?

 

Wer lange im Voraus buchen kann, ist im Vorteil. Wir gehören des Öfteren zu jenem kleinen Kreis von Passagieren, die nur ein Zehntel des Tarifs bezahlt haben, den vielleicht der Sitznachbar hinblättern musste. Wie kommt’s?

Auf spezielle Sonderangebote machen die Airlines per Newsletter und auf Social-Media-Kanälen aufmerksam. Also abonnieren! Aber Achtung: So manche Airline-Newsletter bekommt man nur schwer wieder los.

Im Herbst wird zum Beispiel darauf aufmerksam gemacht, was der nächste Sommer bringt. Und im Frühjahr auf den Winterflugplan. Wer also zum Beispiel Lust hat, über Silvester in Barcelona zu sein, bucht im Frühjahr genau an dem Tag, an dem der Newsletter mit der Werbung für den Winterflugplan ins Postfach flattert. Und wer als Lehrer an die Schulferien gebunden ist, am besten sofort! Denn dann gibt es sie noch, die Superschnäppchen. Das gilt nicht nur für Low-Cost-Airlines (wie in Europa für Germanwings/Eurowings oder Ryanair und in Asien für Air Asia), sondern auch für viele etablierte große Fluggesellschaften, wenn es um begehrte Reisezeiten wie Ostern, Pfingsten oder Weihnachten geht. Aber Achtung: Jede Airline verfolgt eine unterschiedliche Preisstrategie. Bei manchen Airlines wird der Flug mit jedem verkauften Platz teurer. Andere beginnen mit einem verhältnismäßig hohen Preis und reduzieren die Preise ein halbes Jahr vor Abflug an all den Flugtagen mit geringer Nachfrage. Andere tun dies erst drei, zwei oder einen Monat vor dem Abflug.

Fliegt Ihr in einer Zeit geringer Nachfrage, und es sind noch zig Monate bis zum Abflug, kann es sich bei manchen Airlines also noch lohnen, mit der Buchung zu warten. Das gilt vor allem für Fernflugstrecken, auf denen mehrere Airlines konkurrieren. Das setzt jedoch voraus, Ihr seid bezüglich An- und Abreisetag etwas flexibel. Aber kommt die erhoffte Sonderaktion nicht, habt Ihr die Arschkarte gezogen. Auch Low-Cost-Airlines, bei denen die Tarife mit zunehmenden Buchungszahlen steigen, bieten für ausgewählte (schwach nachgefragte) Strecken immer wieder Specials an.

Vorgehensweise

Check: Welche Airlines fliegen überhaupt mein Flugziel an? Am besten gebt Ihr Eure gewünschte Flugverbindung bei kayak.de ein. Wer bei den Hin- und Rückflugtagen etwas flexibel ist, erweitert die Flugsuche auf +/- 3 Tage (siehe Screenshot). Das ist wichtig, weil manche Airlines ein Ziel nur ein oder zweimal pro Woche ansteuern. Somit seht Ihr alle oder fast alle Airlines, die Euer Ziel ansteuern.

Screenshot Kayak Flugbuchungsseite

Eine andere Herangehensweise ist, die Webseite des Zielflughafens zu googeln und dann zu schauen, wer dort alles landet. Das ist vor allem bei exotischen und dadurch auch sehr teueren Zielen zu empfehlen. Mit Exotik sind in diesem Fall nicht Drehkreuze wie Bangkok oder Panama City gemeint, sondern eher vergessene Ziele, die im Flugplan vieler Airlines gar nicht auftauchen, wie zum Beispiel São Tomé. So stoßt Ihr auch auf kleine Airlines, die nicht mit Flugsuchmaschinen kooperieren oder nur Charterflüge durchführen. Im Fall von São Tomé erfahrt Ihr bei dieser Vorgehensweise, dass zwischen São Tomé und Lissabon zum Beispiel STPAirways fliegt. Und nach dem Check der Webseite von STPAirways werdet Ihr feststellen, dass es durchaus eine Alternative ist, per Billigflug nach Lissabon zu jetten und von dort mit STPAirways weiter nach São Tomé. Das hätte Euch keine Flugsuchmaschine verraten! Aber ein derartiger Flug birgt auch Risiken, denkt zum Beispiel an Streiks.

Wo buche ich? Am besten direkt auf den Seiten der Airlines. Dort findet man meist mehr Flugverbindungen und Möglichkeiten, als die Suchmaschinen ausspucken. Zudem ergeben sich auf den Seiten der Airlines manchmal ganz neue Ideen: Wieso nicht den Flug mit neun Stunden Zwischenstopp nehmen und die Zeit für einen Daytrip nutzen, sei es durch Madrid oder Reykjavik.

Wie erkenne ich, ob mein Reisetermin in eine Zeit hoher oder niedriger Nachfrage fällt? Ganz einfach. Am Preis. An welchen Tagen (und gegebenenfalls auch zu welchen Abflugszeiten) eine größere oder geringere Nachfrage herrscht, lässt sich auf den Buchungsseiten der Airlines recht gut nachverfolgen. Kostet der Hinflug nach San Francisco am Sonntag 760 €, am Montag 530 €, am Dienstag 320 €, am Mittwoch 320 € und am Donnerstag 440 €, so kann man daraus folgern, dass die Flüge am Dienstag und Mittwoch bislang nicht groß nachgefragt wurden. Das kann sich aber schnell ändern. Zeigt die Preisgestaltung der Konkurrenz ein ähnliches Bild, und das über Wochen hinweg, ist die Chance für eine Sonderaktion à la „Hin- und Rückflug für 490 € an ausgewählten Tagen“ hoch.

Aber Achtung: Wenn Ihr ein Angebot über längere Zeit hinweg verfolgt, solltet Ihr immer wieder die Cookies löschen oder mal zu einem anderen Rechner wechseln. Euer Surfverhalten bzw. das daraus gewonnene Datenprofil von Euch lässt nämlich auf ein hohes Interesse an dem Flug schließen. Wenn Ihr die Cookies nicht löscht, kann es je nach Airline sein, dass der von Euch favorisierte Flug an Eurem Rechner schlagartig teurer wird, während er auf dem Rechner des Kollegen noch immer zum alten Preis zu haben ist. Der Trick, den die Airlines hier anwenden, ist clever. Programme der Airlines erkennen eine „Dringlichkeit“ und wollen Euch somit suggerieren: Buche, bevor es noch teurer wird!

Noch unsicher, ob es nicht doch noch irgendwo einen günstigeren Flug gibt? Dann geht doch noch in ein gutes Reisebüro. Vielleicht finden ja die Reiseprofis noch einen Flug, der preiswerter ist, als das, was Ihr bislang entdeckt habt. Vor allem bei Gabelflügen oder längeren Reisen mit mehreren Stopps oder mit mehreren Kindern stehen die Chancen nicht schlecht.

2. Ich buche drei, vier Wochen vor Abflug, habe ein klares Ziel vor Augen und bin an exakte oder leicht verschiebbare Flugtage gebunden.

Nun wird es in aller Regel teurer. Jetzt müsst Ihr buchen, was noch an freien Plätzen übrig ist. Preislich gute Angebote haben nun oft den Nachteil, dass die Flüge zu unmöglichen Zeiten stattfinden oder man ewig unterwegs ist. Aber vielleicht habt Ihr ja Glück und Euer Ziel wird nicht groß nachgefragt. Andernfalls gibt es noch ein paar Kniffe, mit denen man vielleicht an ein billigeres Ticket herankommt. Aber gleich vorab: Wenn die angepeilten Flugtermine nicht verschiebbar sind, vertrödelt man mit all den Kniffen in der Regel nur seine Zeit.

Vorgehensweise

Wie erziele ich den Preisvergleich? Diesmal bemüht man auf jeden Fall mehrere Suchmaschinen. Bei fixen Flugdaten ist zum Beispiel Skyscanner ganz gut. Ansonsten gebt, wie oben schon mal angesprochen, Eure gewünschte Flugverbindung bei kayak.de ein und erweitert dort die Flugsuche auf +/- 3 Tage (siehe oben). Das bringt schon mal einen ersten Überblick. Da die Suchmaschinen nicht alle möglichen Flugkonstellationen anzeigen, empfiehlt es sich, danach direkt auf den Seiten der Airlines Ausschau zu halten. Auch bucht man am besten direkt auf den Seiten der Airlines. So manche Tarife aber, die die Airlines auf Flugsuchmaschinen offerieren, sind nur nach einer Weiterleitung von der Suchmaschine zur Airline zu bekommen. Sollte das gewünschte Flugziel auch mit Billigfliegern zu erreichen sein, ist stets zudem eine getrennte Suche von Hin- und Rückflug eine Option.

Kniffe: Da Meta-Flugsuchmaschinen wie Kayak oder Skyscanner Flugangebote von Reiseveranstaltern meist unberücksichtigt lassen, solltet Ihr Eueren Flugwunsch auch in Online-Reisebüros wie Expedia checken. Das gilt vor allem dann, wenn es sich um Flüge in den Mittelmeerraum oder auf die Kanaren handelt. Bei Flugangeboten von Reiseveranstaltern kann es sich um Chartermaschinen handeln, aber auch um Restplätze von Linienflug-Kontingenten. Wird man dennoch nicht fündig, weil man gerade zur Schulferienzeit startet, bietet es sich an, nach einem anderen nahen Abflughäfen Ausschau zu halten. Skyscanner bietet diese Möglichkeit.

Achtung: Wenn Ihr ein Angebot über längere Zeit hinweg verfolgt, solltet Ihr immer wieder die Cookies löschen oder mal zu einem anderen Rechner wechseln. Euer Surfverhalten bzw. das daraus gewonnene Datenprofil von Euch lässt nämlich auf ein hohes Interesse an dem Flug schließen. Wenn Ihr die Cookies nicht löscht, kann es je nach Airline sein, dass der von Euch favorisierte Flug an Eurem Rechner schlagartig teurer wird, während er auf dem Rechner des Kollegen noch immer zum alten Preis zu haben ist. Der Trick, den die Airlines hier anwenden, ist clever. Programme der Airlines erkennen eine „Dringlichkeit“ und wollen Euch somit suggerieren: Buche, bevor es noch teurer wird!

Der Iran aus der Luft

3. Hauptsache billig. Egal ob in ein paar Wochen oder möglichst bald. Und egal wohin.

Nach diesem Motto sind wir schon oft verreist, vor allem dann, wenn wir spontan noch mal irgendwohin wollten: in Städte, ans Mittelmeer und in die Ferne. Manche Angebote sieht man nur eine Saison lang, weil sich die Anbieter verkalkuliert haben. Die Flieger werden nicht voll und es gibt billige Tickets en masse. Auf diese Art und Weise flogen wir schon für 360 Euro pro Nase nach Brasilien. Hin und zurück! In der Folgesaison wird das Ziel wieder von weniger Maschinen angeflogen und entsprechend teuerer. Aber sind wir ehrlich, so ganz egal ist einem das Ziel ja letztendlich auch nicht. Die einen Regionen oder Städte sagen einem mehr, die anderen weniger zu. Daher gilt es zunächst, einen Überblick zu bekommen, was gerade überhaupt angeboten wird.

Vorgehensweise

Wie sehe ich, was angeboten wird? Bei Kayak bietet sich hierfür die Option „Explore“ an. Dort könnt Ihr Euren bevorzugten Abflughafen und den Reisemonat eingeben. Dann seht Ihr auf der Weltkarte verschiedene Zielflughäfen mit „Ab“-Flugtarifen. Da lässt sich schnell herausfiltern, welche Region in Frage kommt und welche nicht. Skyscanner besitzt ein ähnliches Tool. Die Haken jedoch: Nicht alle Flüge zu den angezeigten Preisen können letztendlich aufgerufen werden. Und manchmal steckt hinter den Flügen ein – unsere Erachtens zumindest – eher unseriöses Online-Reisebüro, das zuerst mit einem billigen Flug auf seine Seite lockt und dann für die Kreditkartenzahlung 44 Euro verlangt. Daher sollte der Blick auf die Seiten von Suchmaschinen stets nur dazu dienen, einen ersten Überblick zu bekommen. Gebucht wird am besten immer direkt auf den Seiten der Airlines.

Screenshot Skyscanner

Falls Ihr Euch dennoch für eine Buchung über Online-Reisebüros entscheidet, weil nur da ein Flug zu dem und dem Preis zu bekommen ist, sollte das Online-Reisebüro einen guten Namen haben. Einen Überblick über preiswerte Fernziele bietet zum Beispiel travel-overland.de. Gut für die Türkei, Ägypten, die Balearen und die Kanaren ist hingegen 5vorflug.de, wo man die bevorzugten Abflughäfen anklicken und eine Reisezeitspanne eingeben kann. Bei Expedia haben wir mal einen Flug gebucht, den alltours flugreisen offerierte, dabei ging es dann mit Air Berlin für 156 € pro Person nach La Palma und zurück.

Des Weiteren empfehlenswert: last-minute-flughafen.de, dort findet man auch Restplätze von Schauinsland-Reisen. Zuweilen sensationelle Angebote bekommt man beim Last-Minute-Reiseveranstalter ltur.com. Hier findet man nicht nur Schnäppchen mit der TUIfly, hier ist auch eine variable Flugsuche sehr einfach: Man kann mehrere Abflughäfen und Zielorte wählen, einen Reisezeitraum festlegen und eine Reisedauer innerhalb des Reisezeitraums. Zudem werden auf ltur.com Super-Last-Minute-Angebote offeriert, die nur Flugangebote bis zu drei Tagen vor Abflug aufzeigen.

Recht kuriose und unglaublich billige Angebote (die teils weitere Planungen voraussetzen, weil Start- und Endziel nicht identisch sind) liefern Seiten, die sich auf so genannte Error Fares spezialisiert haben, also versehentlich falsch gekennzeichnete Flugpreise. Da entdeckt man dann Sachen wie Brüssel-Tokio-Frankfurt 160 €. Solche Seiten sind z.B. schnappr.de oder errorfarealerts.com. Wir schauen da gerne rein, aber gefunden haben wir auf diesen Seiten noch nie etwas, was für uns in Frage kommt.

4. Ich will/muss in den nächsten Tagen fliegen, das Ziel steht fest, aber die Flüge sind alle sauteuer, was tun?

Lest die Vorgehensweise und die Kniffe zu Punkt 2 und Punkt 3. Wenn Ihr Glück habt, findet Ihr auf diesem Weg ein akzeptables Angebot. Andernfalls müsst Ihr in den sauren Apfel beißen! An irgendjemand müssen die Fluggesellschaften schließlich auch etwas verdienen.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Tipps zum Flüge buchen. Bei skyscanner schaue ich meist auch zuerst. kayak.de kannte ich noch nicht.

    • Freut uns, dass wir helfen konnten. Wir nutzen kayak.de eigentlich mehr als skyscanner. Viel Glück beim Buchen!

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