Rechts, links, rechts, links. Seit Tagen kurven wir nun schon auf den schmalen Sträßchen des Inselostens von Náxos umher. Quälen den Kleinwagen erst die Serpentinen hinauf, um gleich wieder einen Gang runter zu schalten, der Bremsen wegen. Der eine von uns ist dauerkonzentriert, der anderen von uns ist blümerant. Zum Glück gibt es Vomix. Das Mittelchen gegen Reisekrankheit war eigentlich für die Fährüberfahrten gedacht, erweist sich aber auch auf den Straßen von Náxos als Geschenk des Himmels.
Die Tragéa-Hochebene mit ihren silbrig flirrenden Olivenhainen und bis zu 1000 Meter hohen Bergen trennt den touristisch geprägten Westen der Insel vom stillen Osten. Im Westen flanieren Kreuzfahrer die Uferpromenade von Náxos-Stadt entlang, bräunen sich Pauschaltouristen an langen Stränden, feiern Partypeople. Im Osten von Náxos ist die Inselwelt eine andere. Dort kleben von Abwanderung geprägte Bergdörfer an schroffen Hängen. Dort führen lange Stichstraßen mit Haarnadelkurven zu beschaulichen Häfen. Und dort wandern Naturtouristen auf alten Maultierpfaden durch vergessene Täler.

Im Osten von Náxos traf Dionysos auf Ariadne, die Geschichte ist in einer Oper verewigt. Dionysos war mit dem Boot gekommen, den anstrengenden Weg über die Berge schenkte er sich. Den Osten von Náxos muss man sich erarbeiten. Die Schnell-alles-abklappern-Touristen lassen ihn weitestgehend aus. Doch wer will schon schnell sein auf diesem tiefenentspannten Fleckchen Erde?
Rumkommen im Osten von Náxos: Ein Mietwagen ist in dieser abseits gelegenen Region eigentlich zwingend. Die Busse von Náxos-Stadt fahren regelmäßig nur nach Apíranthos und maximal 2-mal täglich nach Apollónas (über Kóronos und Koronída). Nach Moutsoúna nur 1-mal täglich im Juli und August.
Reisetipps für den Osten von Náxos: Inhaltsverzeichnis
Koronída: Bergdorf mit Kuppelgrab
Kóronos und das aufgegebene Freiluftmuseum
Panagía Argokiliótissa und Atsipápi: Megalomane Wallfahrtskirche und verlassenes Dorf
Apíranthos: Bilderbuchdorf in den Bergen
Wanderung von Apíranthos über das Kloster Fotodótis Christós nach Filóti
Moutsoúna: Der alte Verladehafen
Apollónas: Beim Koúros
Es ist Ende Oktober, die Straßen sind leer. Wir starten unsere kurvenreiche Tour entlang der Ostküste von Náxos ganz im Norden der Insel. Oberhalb des Hafenörtchens Apollónas gibt es einen der drei so genannten Koúroi von Náxos zu besichtigen – liegende Kolossalstatuen aus archaischer Zeit in Form von unvollendeten Jünglingen. Das klingt spannend, das wollen wir sehen.
Der Koúros von Apollonás ist mit über zehn Metern der größte Koúros der Insel. Seit 2500 Jahren schon liegt er in seinem antiken Steinbruch. Dabei hätte er eigentlich einen Tempel schmücken sollen. Es ist umstritten, warum er nie vollendet wurde. War er mit einem Gewicht von 80 Tonnen zu schwer für den Abtransport geraten? Oder ließ man ihn wegen auftretender Risse an Ort und Stelle liegen? Auch die Frage, ob aus dem Koúros ein Apollon oder Dionysos hätte werden sollen, ist in der Wissenschaft bis heute nicht geklärt.

Egal wie: Das blau-weiße Postkartendörfchen unterhalb des Steinbruchs heißt Apollónas und nicht Dionysosas. Es ist ganz nach unserem Geschmack. Viel Oldschool-Atmosphäre wabert durch die Luft. Griechenland wie früher, mit handgeschriebenen Rooms-to-rent-Schildern und kippeligen blauen Stühlen direkt neben dem Sandstrand. Grillfisch, Gyros, Gemista.

Etwas weiter ein Kiesstrand, das Wasser klar wie Tsipouro. Direkt hinter dem Strand steht das einfache Hotel Kouros. Es wirkt wie der ganze Ort ein wenig aus der Zeit gefallen, ist auf seine Art aber sehr charmant und von der Lage her unübertroffen. Auf den Liegestühlen kann man gemütlich die Tage vertrödeln. Doch Achtung: Man ist hier dem Nordwind ausgeliefert, und der kann in der Nebensaison recht frisch sein.

Koronída: Bergdorf mit Kuppelgrab
Vom Strand geht es in die Berge nach Koronída und damit in den höchstgelegenen Ort von Náxos. Die Straße, auf der wir unterwegs sind, wirkt auf Google Maps wie von zittrigen Händen gemalt. Krummliniger geht’s nicht. Rechts, links, rechts, links. Ankunft.
Koronída ist ein durch und durch verträumtes Pflaster, ursprünglich und wenig besucht. Drum herum werden Wein und Oliven angebaut. Gerade beginnt die Erntezeit, Pickups mit Wannen voller Ölfrüchte auf der Ladefläche sind unterwegs. In den engen Gassen riecht es nach Stifado und frisch gepresstem Wein. Topfpflanzen zieren Hauseingänge. Wir spazieren vorbei an der Kirche. Kein Mensch ist unterwegs. Siesta.

Unser Ziel liegt etwas außerhalb des Dorfs und ist gut ausgeschildert: ein mykenisches Kuppelgrab aus der Zeit um 1300 v. Chr. Es wurde 1908 von einem Bauern entdeckt. Wer ins Innere der gemauerten Kammer gucken will, muss kriechen. Bevor wir ganz drin sind, sind wir schon wieder draußen, mit Spinnenseide in den Gesichtern. Spannungsgrad? Mittel.
Kóronos und das aufgegebene Freilichtmuseum
Viele Kurven weiter passieren wir Kóronos. Die weißen Würfelhäuser stapeln sich in einem tiefen Taleinschnitt. Als der Bergbau auf Náxos noch blühte, war Kóronos das wohlhabendste Dorf der Insel. Heute ist es einfach „nur“ ein Dorf, wenn auch ein bildhübsches. Sogar zwei Museen gibt es hier, ein Volkskundemuseum und ein Keramikmuseum. Die aber haben nur im Juli und August geöffnet. Gleiches gilt für die historische Olivenmühle vor Ort.
Zwischen Kóronos und Apíranthos wurde bis zum Zweiten Weltkrieg Schmirgel abgebaut, ein extrem hartes Mineralgemenge, das zur Herstellung von Schleifpapier benötigt wurde. Der Begriff „schmirgeln“ stammt vom griechischen Wort „smirígli“.
Der Schmirgelabbau hat im Osten von Náxos rund 150 Stollen hinterlassen, die teils bis zu 600 Meter tief in die Berge hineinreichen. Per Seilbahn wurde das Gestein zum Hafen nach Moutsoúna befördert, wo es auf Schiffe verladen wurde. Bis 1941 war die Seilbahn in Bewegung. Dann war Schicht im Schacht – synthetische Schleifmittel hatten dem Schmirgel den Rang abgelaufen. Die Folge war eine Hungersnot in den Bergbaudörfern. Heute wird Schmirgel nur noch in sehr bescheidenem Ausmaß abgebaut und mit Lkws abtransportiert.
Relikte des Bergbaus sind in der Gegend vielerorts noch zu sehen: Häuserruinen, Förderwagen mit Schmirgelgestein, rostige Schienen, die ins Nichts führen.
Anfang der Nullerjahre plante man mit EU-Hilfen ein riesiges Freilichtmuseum im ehemaligen Bergbaugebiet. Dutzende Stollen sollten zugänglich gemacht, Wanderwege markiert und die ruinösen ehemaligen Arbeitsstätten der Kumpel restauriert werden. Die Umsetzung des Projekts wurde zwar begonnen, aber nie abgeschlossen.
Heute ist das Freilichtmuseum, oder was davon übrig blieb, selbst schon wieder ein Lost Place. Super spannend für alle, die auf so etwas stehen! Ihr findet das Areal mit der ehemaligen Wiegestation und dem Startpunkt der Seilbahntrasse unterhalb der Straße von Kóronos zum Hafen Líonas. Das Gelände (Beschilderung „Emery Museum“) ist zwar umzäunt, aber nicht abgesperrt und frei zugänglich. Viel Spaß beim Entdecken!
Weiter nach Líonas
Auf dem Weg nach Liónas (acht Kilometer Serpentinen!) passieren wir etliche alte Stollen. Gleise führen ins Innere der Berge, steingefüllte Förderwagen stehen da wie gestern befüllt – dabei wurden die Stollen bereits vor über 80 Jahren aufgegeben. Der Zahn der Zeit ist an den dicken Rostschichten abzulesen.
Líonas besteht aus einem grauen Sandstrand am Ende eines tiefen Tals. Rechts am Hang ein paar Häuser, links am Hang ein paar Häuser, das war’s dann auch schon. Zwei Tavernen gibt es. Eine davon wird von einem Wirt geführt, der Touristen ziemlich aufdringlich auf seine Restaurantterrasse locken möchte. Ob der in der Türkei in die Lehre gegangen ist ;-)?

Uns wäre in Líonas zu wenig los, vor allem in der Nebensaison. Aber wem das Meer als Gesprächspartner reicht, der ist in Líonas gut aufgehoben.
Panagía Argokiliótissa und Atsipápi: Megalomane Wallfahrtskirche und verlassenes Dorf
Hier wurde geklotzt und nicht gekleckert. Mitten in herrlichster Landschaft steht die aus feinstem Beton errichtete, größte Kathedrale der Kykladen. Der Neubau der Kirche Panagía Argokiliótissa (geweiht 2010) soll, so die Planungen, einmal Teil eines gigantischen Wallfahrtsareals werden.

Doch wann das soweit sein wird bzw. ob überhaupt, steht in den Sternen. Die Kirche beginnt schon gut zu schimmeln, und die alten Pilgerunterkünfte sind zum Lost Place verkommen. In den Zellen rosten Bettgestelle und Kühlschränke vor sich hin, aufgerissene Matratzen häufen sich gestapelt daneben. Auf dieser Insel scheint man alles, was man nicht mehr braucht, einfach an Ort und Stelle liegen zu lassen: marmorne Statuen, Relikte des Bergbaus, selbst Autos – selten so viele Schrottautos am Straßenrand gesehen.
Die alte, zu klein gewordene Wallfahrtskirche, ein länglicher Natursteinbau, steht nahebei. In ihr wird eine Ikone verehrt mit einem kleinen wächsernen Bild von der Verkündigung des Herrn. Die Ikone wurde 1836 in einer Grotte gegenüber gefunden (heute von einer Kapelle überbaut).

Achtung: Das Areal befindet sich unterhalb einer Radarstation der Armee. Passt also auf, dass Ihr nicht in die falsche Richtung fotografiert!
Vom Wallfahrtsareal spazieren wir nach Atsipápi, ein so gut wie aufgegebenes mittelalterliches Dorf. Über dachlose Ruinen von Natursteinkaten hinweg blicken wir aufs Meer und schauen noch bei der restaurierten byzantinischen Dorfkirche vorbei. Wie so viele Kirchen auf Náxos ist aber auch sie leider verschlossen.

Apíranthos: Bilderbuchdorf in den Bergen
Ganz schön frisch hier. Während die Leute unten in Moutsoúna baden gehen, spaziert man oben in Apíranthos mit wattierter Jacke umher. Viele Tage im Jahr legen sich die Wolken wie eine dicke Daunendecke über das bezaubernde Bergdorf auf rund 600 Höhenmetern. Im Winter kann es schneien.
Nach Apíranthos gelangt man von Náxos-Stadt auch mit dem Bus. Das hat viele Tagesausflügler zur Folge, auf die sich der Ort touristisch ausgerichtet hat. In den Cafés an der Hauptgasse bekommt man Bergkräutertees und den fantastischen Náxos-Kuhmilchkäse, unter anderem auch frittiert mit Pommes. Es gibt eine Schule, viele Kirchen und Kapellen, eine Reihe von Tavernen und einen urigen Bäcker, der spät aufsteht – vor neun Uhr braucht man dort gar nicht anzutanzen. Nehmt Euch Zeit für die Erkundung des Orts mit seinen marmorgepflasterten Gässchen, Passagen und Treppen, die im Nichts enden. Verloren zu gehen, macht hier Spaß.

Von den fünf Museen von Apíranthos besuchen wir das archäologische. Es bietet wenig Museum für viel Geld, einen Raum voller Ton Steine Scherben für fünf Euro. In ein paar Minuten hat man alles gesehen.
Wanderung von Apíranthos über das Kloster Fotodótis Christós nach Filóti
Südlich von Apíranthos, von der Straße nach Filóti, beginnt der offizielle, mit roten Punkten markierte Wanderweg 3A zum Kloster Fotodótis Christós. Klingt gut, lassen wir uns nicht zwei Mal sagen, zumal die Temperaturen perfekt zu einer solchen Unternehmung passen.
Der Weg führt an der Ágios-Elephterios-Kapelle vorbei, ein hübsches byzantinisches Sakralhäuschen, das man auf das 13. oder 14. Jahrhundert schätzt. Wir haben Glück und die Tür ist nicht verschlossen. Im Inneren gibt es ein paar schöne, wenn auch schwer mitgenommene Fresken zu sehen.
Später wandern wir durch pastorale Idylle. Die grünste Insel der Kykladen präsentiert sich jetzt in der zweiten Oktoberhälfte im schönsten Kleid. Nach den ersten Regenfällen sprießt überall frisches Gras, und Herbstzeitlose stecken ihre lilafarbenen Köpfchen aus dem Boden. Auf terrassierten Wiesen grasen Schafe. Ziegen ergreifen meckernd die Flucht, wenn sie uns sehen.

Wir erreichen Fotodótis Christós. Das Kloster aus dem 9. Jahrhundert erhebt sich trutzig wie eine Burg auf einem 580 Meter hohen Plateau. Highlander lässt grüßen, das Teil könnte glatt auch in Schottland stehen! Bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es verlassen. Das Innere soll überaus sehenswert sein, uns bleibt es heute jedoch verwehrt: In den Wintermonaten hat das Kloster nur sonntags zwischen 12 und 15 Uhr geöffnet. Wir pausieren im Vorhof und lassen den eindrucksvollen Ort auf uns wirken.
Der weitere Weg hinab nach Filóti führt zunächst über eine Schotterstraße und dann über steile steinige Serpentinenpfade (als Wanderweg Nr. 2 markiert). Die Aussichten sind grandios und abwechslungsreich. Wir blicken auf schroffe Berge mit Kapellen obenauf und auf das lieblich-grüne Tal von Filóti. Das weiße Dorf erstreckt sich am Fuß des höchsten Inselbergs Zás.

Bevor wir mit dem Bus zurück nach Apíranthos fahren, schauen wir uns noch ein wenig in Filóti um. Die baumbestandene Hauptstraße ist mit Cafés und Tavernen bestückt. Rechts und links davon das kykladentypisch einnehmende Bild aus schmalen Gässchen zwischen weiß gekalkten Häuschen. Nichts Hässliches weit und breit.
Infos für Wanderer: Für die hier beschriebene Wanderung solltet Ihr mit Pausen und Besichtigungen drei bis vier Stunden einplanen.
Moutsoúna: Der alte Verladehafen
Über fast zwölf Kilometer kringelt sich die Straße von Apíranthos hinab nach Moutsoúna. Der kleine Hafenort präsentiert sich irgendwo zwischen idyllisch und schräg – die Relikte des ehemaligen Schmirgel-Verladehafens geben ihm etwas Morbides. Auf dem Kai rosten die alten Ladekräne vor sich hin. Dahinter liegen die ehemaligen Verwaltungsgebäude der Bergwerksgesellschaft in Ruinen.


Unterkunftstipp für Moutsoúna: Wir wohnten in einem der einfachen → Hippocampus Apartments. Seht zu, dass Ihr das obere mit zwei herrlichen Balkonen bekommt!
Saisonende. Tote Hose wohin man nur blickt. Die meisten Unterkünfte haben bereits geschlossen. Immerhin gibt es noch eine geöffnete Taverne und einen Minimarkt, in dem wir uns mit dem Nötigsten versorgen können. Was für andere der Inbegriff von Langeweile sein kann, ist für uns ein Sechser im Lotto. Moutsoúna ist ein Ort, wie wir ihn gesucht haben. Aus den ursprünglich drei Nächten, die wir eingeplant haben, werden sieben. Und wäre nicht die Rückreise nach Deutschland vor der Tür gestanden, würden wir vermutlich immer noch auf einem unserer beiden Balkone sitzen und aufs blaue Meer schauen. Beim Check-out sagt Sofia, die gute Seele unseres Apartments:
„Eine Woche in Moutsoúna und Ihr seht zehn Jahre jünger aus.“
Oft sind wir die einzigen am Strand, wenn wir im Anschluss an eine Wanderung noch eine Runde schwimmen und uns danach von der noch immer warmen Oktobersonne trocknen lassen. Am Abend sitzen wir am Hafen in der Taverne Apanémi auf blauen Stühlen und lassen uns Grillfisch auftragen, während das Mittelmeer an die Mole schwappt.

Die Fischpreise sind saftig, aber das sind sie überall auf den Kykladen, wo das Meer weitestgehend leer gefischt ist und Touristen oft tiefgefrorene Atlantikware vorgesetzt bekommen. Im Apanémi, einem Familienbetrieb, ist das nicht der Fall. Hier wird noch selbst gefischt. Die Qualität ist hervorragend, auch die Katzen stehen Schlange.
Wanderung von Apíranthos nach Moutsoúna
Die Tavernenwirtin ist es, die uns den Tipp mit dem Schulbus gibt. Am nächsten Morgen stehen wir mit den Dorfkindern an der Haltestelle. Der Tag hat noch nicht wirklich begonnen, es ist noch dunkel. Der Busfahrer nimmt uns für einen Obolus mit nach Apíranthos. Während der Fahrt geht die Sonne überm Meer auf – ein Wow-Moment für uns, die Teenies gucken gelangweilt ins Handy. Vomix braucht keiner von ihnen, die Kurven sind sie gewöhnt.
Oben liegt Apíranthos im güldenen Morgenlicht. Über den Hügeln wabern die Wolken. Was für ein Start in den Tag!

Die markierte Wanderung 1 von Apíranthos nach Moutsoúna ist einfach, aber lang. Mit Besichtigungen und Pausen könnt Ihr locker sechs Stunden einplanen. Es geht stetig bergab, über 600 Höhenmeter. Mal wandert man auf herrlichen marmornen Maultierpfaden, mal auf steilen und steinigen Pfaden und mal auf Fahrwegen.


Unterwegs passiert man eine byzantinische Kapelle aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, die – wie die meisten Kapellen der Insel – nicht zugänglich ist:

Außerdem erinnert rechts und links des Weges vieles an den Bergbau: ehemalige Arbeitersiedlungen, Reste eines Gleisbetts, Masten der Seilbahn, die für 15 Jahre in Betrieb war. Über manche Masten verläuft noch das Drahtseil. Daran hängen verrostete Transportkörbe, die im Wind schaukeln und sich hin und wieder auch mal lösen und zu Tale fallen sollen – Vorsicht!

Autotour an die Südostspitze
Südlich von Moutsoúna wird es immer einsamer. Ein schmales Sträßlein führt durch eine Landschaft, die uns an die türkische Nordägäisküste erinnert, bevor dort alles zugepflastert wurde. Rechts ausgedehnte Olivenhaine vor aufsteigenden Bergen, links das Meer. Wir passieren kleine Strände, die jetzt in der Nebensaison vor allem Ziegen zu gehören scheinen.

Infos: Seinen Tank sollte man gecheckt haben – im einsamen Osten gibt es weit und breit keine Tankstelle. Zudem existiert keine Straße entlang der Südküste von Náxos. Wer nach Náxos-Stadt will, muss zurück und die 100.000 Kurven durchs Inselinnere nehmen!
Am Strand von Pánormos hört die Straße auf. Der Sand-Kies-Beach ist verwaist, nur eine Segelyacht schaukelt einsam in der Bucht. Palmen – tatsächlich hat man hier irgendwann mal eine Palmenreihe gepflanzt – wiegen ihre Köpfe im Oktoberwind.

Über der Bucht kann man eine prähistorische Stätte besuchen. Die Überreste der kleinen Akropolis aus der frühen Bronzezeit sind spärlich, aber doch ganz interessant. Winzige Räume sind zu erkennen, die wohl als Getreidespeicher dienten. Die Ausblicke sind herrlich. Ein Teil der Kleinen Kykladen breitet sich vor uns aus. Wir sehen Koufonisi, Schinoússa und auch Iraklía, wo wir zwei Wochen vorher waren.

Hinkommen nach Náxos
Nach Náxos kann man fliegen, der → Flughafen liegt nur drei Kilometer von Náxos-Stadt entfernt. Welche Fähren Náxos ansteuern, egal ob von Piräus/Athen oder anderen Kykladeninseln, erfahrt Ihr auf ferryhopper.com.

































